Lateinamerika: Vernetzung des Kontinents

Die Stärkung von Arbeitnehmerrechten steht über alle Grenzen hinweg auf dem südamerikanischen Subkontinent auf der Tagesordnung.  Dabei sind es vor allem die großen multinationalen Konzerne und ihre Arbeitnehmervertretungen, auf die sich die gemeinsamen Projekte konzentrieren. Die Vernetzung der Gewerkschaften in Lateinamerika ist neben der Förderung des sozialen Dialogs oberstes Ziel der Projektarbeit . Ausgehend vom Regionalbüro in São Paulo unterstützt das DGB Bildungswerk die Kooperation zwischen Gewerkschaften in Brasilien, Kolumbien, Argentinien, Uruguay, Mexiko und Chile.
 

Den Dialog verbessern

In Brasilien konzentrieren sich DGB Bildungswerk und die Kooperationsgewerkschaft Metall und Chemie im größten Gewerkschaftsdachverband  Lateinamerikas CUT auf eine Reihe von Unternehmen deutscher Herkunft. Es geht um Unternehmen, die mindestens eine große Niederlassung im Land haben – beispielsweise Thyssen-Krupp oder Mannesmann. Dabei sind auch Kooperationen mit anderen Gewerkschaften an der Tagesordnung. So will man der Frage nachgehen, wie man in den ausgewählten Unternehmen den Dialog untereinander und von Gewerkschaftern verschiedener Standorte verbessern kann.

Kommunikation im Betrieb, innerhalb der Gewerkschaften,sowohl „top-down“ als auch bottom-up“  via Internet, sollen helfen, die Verhandlungen und Gespräche mit den Unternehmen zum Erfolg zu führen. Eine gute Voraussetzung ist dabei in den in Brasilien stark vertretenen deutschen Unternehmen die oft gute Verbindung zur IG Metall oder IG BCE.  Andererseits macht die grundsätzlich andere brasilianische Kultur es oft schwer, zur Entwicklung gemeinsamer Positionen mit deutschen Partnern zu kommen.

Zurzeit wird in elf ausgewählten Unternehmen der Status Quo erfasst – im nächsten Schritt sollen Handlungsempfehlungen für Unternehmen nichtdeutscher Herkunft entwickelt werden. Dabei ist das A und O, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu Verhandlungen an einen Tisch zu bekommen.

Länderübergreifend und modellhaft arbeiten DGB Bildungswerk und Gewerkschaften am Beispiel Siemens in einem Projekt zusammen. Die bislang schwache Datenbasis der Gewerkschaften über deutsche Multis soll verbessert werden. Denn selbst hierzulande haben die betrieblichen Interessenvertreter oft genug Lücken beim Wissen über ihre jeweiligen Arbeitgeber. Problematisch bei diesem Analyseschritt ist dabei: Siemens lässt weltweit kaum Gewerkschaften in ihre Betriebe. Vor Ort existieren nur wenige Verbindungen zwischen der betrieblichen und der regionalen gewerkschaftlichen Ebene. Das zu verbessern, zu einem Modell für andere Unternehmen zu entwickeln, ist wesentliches Ziel des Projektes.
 

Menschenrechte, Lohn, Gehalt und Arbeitsbedingungen

Der Umgang mit der Menschenrechtssituation ist in Kolumbien das eigentlich bestimmende Thema. Gleichwohl finden natürlich auch in diesem Land der südlichen Hemisphäre Auseinandersetzungen um Lohn und Gehalt und um bessere Arbeitsbedingungen statt.
Nur vier Prozent der ArbeitnehmerInnen in Kolumbien sind gewerkschaftlich organisiert, lediglich 2 Prozent kommen in den Genuss von Tarifverträgen.

In der Zusammenarbeit mit den zwei Dachverbänden CUT und CTC konzentriert sich das Projekt auf den Dialog mit den Arbeitgebern.
 

Informeller Sektor in Lateinamerikas "Schweiz"

Sehr gut vernetzt sind die Gewerkschaften in Uruguay. In dem häufig als "Schweiz" Lateinamerikas bezeichneten Land ist PIT-CNT ein starker Dachverband. Auch Lohnräte, die über die gesamte Wertschöpfungskette verhandeln, sind ein guter Ausgangspunkt für die Arbeit der Gewerkschaften.
Im Rahmen des gemeinsamen Projekts soll zunächst eine Analyse des Informellen Sektors erfolgen, der überraschend groß ist. Er ist aber bei weitem nicht mit dem Informellen Sektor in Indien vergleichbar.
 

Gespaltene Gewerkschaften

In einer sehr schwierigen Ausgangslage sind die Gewerkschaften in Argentinien. Als Vermächtnis der Ära Peron hat sich der Dachverband gespalten. Die Gewerkschaften haben nur eingeschränkte Verhandlungs- und Gestaltungsmacht. Das DGB Bildungswerk arbeitet mit dem Centro de Estudios y Formacion Sindical zusammen, richtet Bildungsveranstaltungen aus und hilft bei der Erstellung von Materialien und Publikationen.

 

Broschüre: Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht

Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

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Broschüre: Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel …

Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
Umfang: 76 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

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Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums.

Broschüre (2017): Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums. Die Rolle der Gewerkschaften in einer ökologischen und sozialen Transformation.

Erscheinungsjahr: 2017
Umfang: 68 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Boris Ott / flickr,
CC BY-NC 2.0

 

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Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe III/2018

Newsletter Nord|Süd news, 
Ausgabe III/2018

Demokratie in Gefahr: Arbeitnehmendenrechte müssen verteidigt werden; Der Kommentar: Ein neues Entwicklungsmodell ist gefragt!; Brasilien: Die Herausforderung Bolsonaro; Argentinien: Mit Generalstreiks gegen Sparpolitik; Kolumbien: Lieber groß und gemeinsam; Ecuador: Internationaler Druck stärkt lokale Strukturen; Aus den Projekten: Globale Herausforderungen lokal denken u.a.

Hier lesen oder downloaden:
http://www.nord-sued-netz.de/nordsuednews/2018-iii

 

Ausschnitt Infografik (re): © ITUC CSI IGB

 

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