In Kürze

Erneut Gewerkschafter in Honduras ermordet

Honduras bleibt ein gefährliches Land für gewerkschaftliche Arbeit. Am 17. Februar erschossen fünf schwerbewaffnete Männer José de los Santos Sevilla, Lehrer und führendes Mitglied der indigenen Tolupán-Gemeinschaft in seinem Haus in der Region Montaña de la Flor vor den Augen seiner Familie. Die polizeilichen Ermittlungen konnten bisher weder Zusammenhänge noch Tatverdächtige ermitteln. Der Beauftragte der honduranischen Regierung für Menschenrechte, Roberto Herrera Cáceres, fordert nun spezielle Schutzmaßnahmen für die Bewohner zweier Gemeinden dieser Region. Nach Aussagen des Regierungsfunktionärs mussten deren Kinder bereits wegen vorheriger bedrohlicher Vorfälle der Schule fern bleiben. Die Tolupán-Gemeinden sehen sich mit territorialen Konflikten durch illegalen Holzeinschlag und Bergbautätigkeiten nationaler und transnationaler Unternehmen konfrontiert. Der Mord an Sevilla ereignete sich knapp ein Jahr nach der Ermordung der Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres. 

 

In Kürze

Tools für CSR-Risiken in der Lieferkette

Für kleine und mittlere Textilunternehmen wird es einfacher herauszufinden, wo es in ihren Wertschöpfungsketten die größten Risiken gibt, dass Menschen- oder Arbeitnehmerrechte verletzt werden. IndustriAll Europe und der europäische Textilunternehmerverband Euratex haben ein Online-Tool entwickelt, mit dem jede Firma die Schwachstellen entdecken und geeignete Gegenmaßnahmen abfragen kann. IndustriAll Europe-Generalsekretär Luc Triangle spricht von einem „Durchbruch“: „Wir sind die ersten, die ein praktisches Instrument anbieten, mit dem Beschäftigte und Management ihre Situation analysieren und den Risiken vorbeugen können, die ihnen und ihren Kunden am wichtigsten sind.“ Ein solcher Test müsse „Teil der DNA jeden Unternehmens werden“. Zusätzliches Material bietet auch die Industrieländerorganisation OECD mit einem neuen Leitfaden zu den Sorgfaltspflichten in der Wertschöpfungskette.    

Mehr Infos: http://responsiblesupplychain.eu/textile

 

http://mneguidelines.oecd.org/responsible-supply-chains-textile-garment-sector.htm

  

In Kürze

Save the date!

So richtig gefunzt hat das nicht mit der Globalisierung. Statt allgemeiner Wohlstandsgewinne gibt es eine zunehmende Machtverschiebung in Richtung transnationaler Konzerne und eine Umverteilung von unten nach oben. Zeit, dass etwas passiert, sagen DGB, IG Metall, Misereor, Brot für die Welt, Greenpeace und das Forum Umwelt und Entwicklung. Für den 2. Mai 2017 planen sie eine gemeinsame Konferenz „Globalisierung in der Sackgasse – Visionen für den Neustart“ in Berlin.

Online anmelden bis zum 24. April 2017: www.veranstaltungen.dgb.de/glob

 

In Kürze

Mehrheit der Frauen will arbeiten

70 Prozent der Frauen und 66 Prozent der Männer weltweit wollen, dass Frauen einer bezahlten Arbeit nachgehen können – jeweils mehr als doppelt so viele wie befürworten, dass Frauen zu Hause bleiben. Der Trend gilt auch für Länder mit traditionell niedriger Frauenerwerbsquote wie die Arabischen Staaten. Das zeigt ein neuer Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO mit dem Titel „Für eine bessere Zukunft für Frauen und Arbeit: Stimmen von Frauen und Männern“. Die Erkenntnisse basieren auf einer repräsentativen Erhebung mit rund 149.000 Befragten in 142 Ländern. Interessant vor allem: Von den 70 Prozent der Frauen zählt die Mehrheit aktuell nicht zur Erwerbsbevölkerung. Die Umfrage bietet auch Material zum Beitrag von Frauen zum Haushaltseinkommen und zur Vereinbarung von Familie und Beruf. Wie wiederum eine Arbeitswelt aussehen kann, die die besonderen Bedürfnisse von Frauen berücksichtigt, zeigt darüber hinaus der Oxfam-Report „An economy that works for women“.  

Mehr Infos: www.ilo.org/global/publications/books/WCMS_546256/lang--en/index.htm 

www.oxfam.org/en/research/economy-works-women

  

In Kürze

Filmtipp „Gaza Surf Club“

Die junge Generation gilt in vielen Ländern der Welt als eine verlorene. Ihr Alltag ist geprägt von Losigkeiten: Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Bindungslosigkeit. Besonderer Brennpunkt: der nahe Osten. Wie kommt man aus dieser Stimmung heraus? Die Filmemacher Philip Gnadt und Mickey Yamine porträtieren in ihrem Dokumentarfilm „Gaza Surf Club“ eine Gruppe Jugendlicher im Gazastreifen, die sich ein wenig Normalität erhalten will und auf ihre ganz eigene Art gegen den Wahnsinn protestiert: Sie gehen surfen und zeigen dabei, dass auch sie die gleichen Träume und Wünsche haben wie andere junge Menschen auf der ganzen Welt. Ein interessantes Gegenbild zu Hamas-Beerdigungen und steinewerfenden Jugendlichen, die das Bild dieser Region in den Fernsehnachrichten bestimmen.

Kinostart am 30. März 2017, www.gazasurfclub.de

  

Filmtipp „Gaza Surf Club“

Sie wollen dem Wahnsinn davonsurfen: Szene aus dem Film „Gaza Surf Club“ 

Foto: © Little Bridge Pictures / WDR 

Bild 2 von 2

Mehrheit der Frauen will arbeiten

Vielerorts müssen Frauen für ihre Rechte kämpfen

Foto: Joepiette / flickr, CC BY-NC 2.0

Bild 1 von 2