Nord | Süd news I/2009

„Bei uns bleibt der Dreck“ – Aluminium vom Amazonas

Sie sind drei Tage den Amazonas flussabwärts gefahren zum Weltsozialforum in Belém, Ercio Santos und zwei andere Gewerkschafter von der größten Bauxitmine am Amazonas. Dort warteten Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und Brasilien bei einer Aluminiumkonferenz auf sie. Atemlos berichtete Ercio den Teilnehmen- den,was gerade in Jurutí passiert war: 1500 Indigenas hatte die Militärpolizei mit Tränengas vertrieben.

Weiter …

 

Kommentiert: Gewerkschaften im Dialog

Günther FuchsAls sich vor acht Jahren zum ersten Mal zehntausende Menschen zum Weltsozialforum in Brasilien versammelt hatten, waren die Gewerkschaften im DGB nur durch wenige Einzelpersonen vertreten. Inzwischen erschöpft sich diese Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsgipfel in Davos nicht mehr nur im Protest gegen die neoliberale Umgestaltung der Welt. Im Vordergrund steht jetzt die Suche nach Alternativen. Die Gewerkschaften im DGB sind zu einem integrierten Bestandteil dieser Bewegung geworden. Damit liegen sie richtig!

Weiter …

 

Aus der Arbeitswelt: Kuba – Einheit von oben

Neben der Zentrale der Arbeiter Kubas wird offiziell keine andere gewerkschaftliche Organisation geduldet. Doch das sollte sich ändern, denn Kubas Außenminister hat letztes Jahr die UN-Bürgerrechtskonvention unterzeichnet. Darin ist auch das Recht auf Gründung unabhängiger Gewerkschaften definiert. Die Ecke am Capitolio, dem Sitz der Akademie der Wissenschaften, ist ein beliebter Treffpunkt der Chauffeure von Fahrradtaxis. Die selbstgebauten dreirädrigen „bicitaxis“, die an asiatische Rikschas erinnern, sind eine der zahlreichen kubanischen Antworten auf die latente Transportkrise. Hunderte der liebevoll mit Firmenlogos aus aller Welt dekorierten Dreiräder zockeln durch die Hauptstadt Havanna. Kubaner lassen sich mit ihrem Einkauf vom Bauernmarkt ebenso nach Hause fahren wie Touristen den Malecón entlang, Havannas Uferpromenade.

Weiter …

 

Weltsozialforum

In der Metropole Belém im brasilianischen Amazonasgebiet trafen sich Ende Januar etwa 100.000 Menschen aus sozialen Bewegungen zum sechsten Weltsozialforum. Bei diesem Gegengipfel zum Weltwirtschaftsforum, das zeitgleich in Davos tagte, standen ökologische und soziale Folgen des Wachstums im Mittelpunkt.

Weiter …

 

Vorgestellt: Vo Van Nhat – Kopfweh vom Wandel

Vo Van NhatVo Van Nhat ist ein alter Hase. Seit 27 Jahren arbeitet er in der internationalen Abteilung des vietnamesischen Gewerkschaftsdachverbandes VGCL, heute ist er Vizedirektor. Das 86-Millionen-Land  befinde sich in einer komplizierten Übergangsphase zu einer Marktwirtschaft, sagt der zierliche 56-Jährige mit den kurzen, nach hinten gekämmten Haaren in fließendem Englisch. Die kommunistisch geführte Regierung und die Gewerkschafter verfolgten dabei dasselbe Ziel: Vietnam zu einem „starken Land“ zu machen. Nhat (gesprochen: Nyat) wuchs in der ländlich geprägten Provinz Ha Tinh auf, 120 Kilometer nördlich der früheren Grenze zwischen Süd- und Nordvietnam. Kindheit und Jugend standen ganz im Zeichen des Vietnamkriegs. Nach einem Literaturstudium in Moskau und einem zweijährigen Wehrdienst landete er beim VGCL, wo auch sein Vater war. Die spannendste Zeit erlebte er Anfang der 1990er Jahre: In der sich auflösenden Sowjetunion setzte er sich als Botschaftsattaché für die Rechte von 20.000 vietnamesischen Arbeitern ein.

Weiter …

 

Vorgestellt: Bettina Ellermann-Cacace –
Dicke Bretter bohren für die Solidarität

Bettina Ellermann-CacaceEigentlich ist es erstaunlich, dass Bettina Ellermann-Cacace nicht schon früher auf einem Weltsozialforum gelandet ist. Die temperamentvolle 46-Jährige aus Offenbach ist nämlich schon seit den 1980ern in der internationalen Solidaritätsarbeit tätig. Damals richteten sich besonders viele Hoffungen der Linken auf das sandinistische Nicaragua. Bettina, die 1986 als Facharbeiterin beim Druckmaschinenhersteller Manroland anfing, engagiert sich bis heute für die Städtepartnerschaft zwischen Offenbach und dem nicaraguanischen Rivas. 2002 erfüllte sie sich einen alten Traum.

Weiter …

 

Aus der Arbeitswelt: Botswana – Streikrecht mit Hindernissen

Der Gewerkschaftsbund in Botswana hat erst seit vorigem Jahr eine hauptamtlichbesetzte Geschäftsstelle. Trotz Vereinigungsfreiheit müssen Arbeitnehmer ihre Rechte in der Praxis noch durchsetzen. Streiks werden oft behindert.

Weiter …

 

Aus der Arbeitswelt: Philippinen – Arbeitslose kehren heim

Millionen Filipinos arbeiten im Ausland. Wegen der globalen Finanzkrise verlieren die ersten jetzt ihre Jobs und kehren zurück. Zu Hause erwarten sie hohe Schulden. In Amerika wurden Immobilienkredite schon nicht mehr zurückgezahlt, als Gertrude Capili ihre bescheidene Farm in der Nähe von Manila verpfändete, um ihre beiden Enkelinnen nach Taiwan schicken zu können. Dort arbeiteten sie in einer Fabrik, die Mikrochips für Geräte herstellte, deren Markt in Amerika bereits am Rande des Zusammenbruchs stand. Die 90 Jahre alte Großmutter hatte kaum Ahnung davon, dass der Zusammenbruch schlecht abgesicherter Hypotheken in den USA und die darauf folgende Finanzkrise selbst in Angono zu spüren sein würde. Sie lebt in dieser kleinen Stadt am See östlich von Manila, mit einer Tochter und zwei Enkelinnen in einem 34 Quadratmeter großen Haus aus Sperrholz und Wellblech.

Weiter …

 

Aus den Projekten: DGB Bildungswerk BUND in Belém:
Wem nützen Großprojekte?

Zum Weltsozialforum (WSF) trafen sich Ende Januar in Brasilien 115.000 Umweltschützer, Menschenrechtler und Kapitalismus-Kritiker aus aller Welt. In Belém an der Amazonasmündung machte das DGB Bildungswerk „Ökologie, Ökonomie und Menschenrechte im Amazonas“ zum Thema.

Weiter …

 

Aus den Projekten: Globale Strategien

Konzepte und Strategien für eine Solidarität, die über Grenzen hinaus geht, sollen im April am Wannsee entwickelt werden. Internationale Teilnehmende am Master-Studiengang „Labour Policies and Globalisation“ der Universität Kassel und der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und andere Interessierte werden sich dort mit den Arbeits- und Lebensbedingungen und der Gewerkschaftspolitik in anderen Ländern befassen.

Weiter …

 

Notiert: Gefährlicher Einsatz

Kolumbien war auch im Jahr 2007 das gefährlichste Land für Menschen, die sich für die Rechte von Arbeitnehmern einsetzen: Dort wurden 39 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ermordet.

Weiter …

 

Notiert: Forum Verantwortung

Die Bundesregierung hat eine Arbeitsgruppe zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen einberufen, die am 20. Januar zum ersten Mal getagt hat.

Weiter …

 

Notiert: Reformen in Brasilien

Um die sozialen Reformen der gewerkschaftsnahen Regierung Lula geht es in einer neuen Broschüre von IG Metall und DGB Bildungswerk über Brasilien.

Weiter …

 

Notiert: Tagung zur Krise

Mit welchen neuen Regeln für Banken und Unternehmen sich Krisen wie die der globalen Finanzmärkte künftig vermeiden lassen, darum soll es bei einer Fachtagung in Berlin am 26. März gehen.

Weiter …

 

 

 

Download PDF | Newsletter bestellen

Broschüre: Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht

Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

Bild 4 von 4

Broschüre: Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel …

Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
Umfang: 76 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

Bild 3 von 4

Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums.

Broschüre (2017): Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums. Die Rolle der Gewerkschaften in einer ökologischen und sozialen Transformation.

Erscheinungsjahr: 2017
Umfang: 68 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Boris Ott / flickr,
CC BY-NC 2.0

 

Bild 2 von 4

Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe IV/2018

Newsletter Nord|Süd news, 
Ausgabe IV/2018

ARBEITSZEIT WELTWEIT: Der digitale Wandel: Der neue Zeitgewinn für Beschäftigte; Japans Überstunden: Arbeiten bis zum Umfallen; Honduras: Überstunden für lau; Informeller Sektor: „Gewerkschaften müssen Allianzen schmieden“; DER 4. WELTKONGRESS DES IGB: Kräfteverschiebung beim IGB; „Die junge Generation braucht eine Chance“; Kommentar: Die Regeln ändern – auch intern! u.a.

Hier lesen oder downloaden:
http://www.nord-sued-netz.de/nordsuednews/2018-iv

 

Foto (re): ILO in Asia and the Pacific / L. Mitul 2018 / flickr, CC BY-NC-ND 2.0

 

Bild 1 von 4