Nord | Süd news III/2008

Namibia macht es vor: Grundeinkommen für alle

Soziale Sicherheit ist für die große Mehrheit der Weltbevölkerung ein Fremdwort. Während Entwicklungspolitiker sie erst auf die Tagesordnung setzen, macht ein kleines Land in Afrikas Süden schon mal Experimente: In Namibia gibt es seit einem halben Jahr ein Pilotprojekt mit einem Grundeinkommen für alle.

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Soziale Sicherheit

Soziale Sicherheit soll zum Schwerpunkt der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden. Einen entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen hat der Deutsche Bundestag im März 2008 verabschiedet. Er trägt den Titel: "Entwicklungs- und Schwellenländer verstärkt beim Aufbau und bei Reformen von sozialen Sicherungssystemen unterstützen und soziale Sicherung als Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit implementieren".

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Kommentiert: Moralischen Druck erhöhen

Frank HofferDas Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens ist sehr ambitioniert. Doch es ist auch umstritten, nicht nur in Namibia: Dieser Ansatz verzichtet bewusst auf eine Bedürftigkeitsprüfung oder eine Beschränkung auf bestimmte Bevölkerungsgruppen. Kostenintensive und stigmatisierende Einkommensüberprüfungen durch Sozialhilfebürokratien sollen vermieden werden.

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Vorgestellt: Valter Sanches – Skeptische Kollegen

Valter SanchesDen Manager würde man ihm auch abnehmen, wie er da steht und mit ernstem Blick sein Jackett zurecht rückt, um den Kolleginnen und Kollegen von der IG Metall einen Überblick über Arbeitsbeziehungen bei deutschen Firmen in Brasilien zu verschaffen. Aber Valter Sanches ist kein Manager - er ist der erste Arbeitnehmervertreter aus dem Süden der Welt im Aufsichtsrat der Daimler AG und kommt gerade von einer Sitzung.

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Vorgestellt: Fritz Hofmann – Klasse Leute

Fritz Hofmann"Was mit Menschen ist die Arbeit im Betriebsrat auch", sagt Fritz Hofmann, und "wenn einer in Verschuldung gerät oder krank wird - das nimmt mich noch immer mit". Sozialarbeiter wollte der Bauernsohn aus dem Schwabenland ursprünglich werden und hat das auch gelernt, aber dann ging er doch in die Industrie. "Sozialarbeit, das galt damals als Reparatur am System", erinnert sich der heute 56- jährige an das politische Klima der siebziger Jahre.

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Aus der Arbeitswelt: Freie Mahlzeit und Maulkorb

Das neue Nokia-Werk in Rumänien gibt den Menschen vor Ort Hoffnung auf Arbeit. Die Bezahlung entspricht jedoch nicht den Standards, und das Redeverbot für Mitarbeiter schürt die Gerüchteküche.

Der Bahnhof von Jucu liegt einsam und verlassen vor den Hügeln Siebenbürgens. Nur ein paar Menschen steigen aus dem Zug.

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Aus der Arbeitswelt: Kleine Quoten für Lohntüten

Perus Küste bietet ideale Fanggründe für die Fischerei. Konkurrenz um eine stagnierende Fangquote aber verschlechtert sowohl Löhne als auch Arbeitsbedingungen auf See und an Land.

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Thais gegen Triumph

Thailändische Gewerkschafter haben die deutschen Konzerne Triumph und Linde dazu aufgerufen, in ihren Unternehmen dieselben Maßstäbe bei den Menschenrechten und bei der Gewährung gewerkschaftlicher Freiheitsrechte an den Tag zu legen wie in Deutschland.

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Aus der Arbeitswelt: Kein Cent für die Zukunft

Bangladesh exportiert täglich Millionen Kleidungsstücke auch für deutsche Kaufhäuser, aber die Textilarbeiterinnen haben nicht mal genug zu essen. Ihre Gewerkschaften dürfen im Notstand nicht arbeiten.

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Aus den Projekten: Vorbild mit Buntstiften

Im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo betreibt Faber Castell die größte Buntstiftfabrik der Welt. Ihre Sozialcharta wurde mit der IG Metall erarbeitet. Rosangela blickt konzentriert auf die Buntstifte, die frisch lackiert auf dem Transportband vorbeifahren. Die 42-jährige füllt die Maschine mit Rohlingen, überwacht den reibungslosen Ablauf. Eine anstrengende Tätigkeit, aber verhältnismäßig gut bezahlt.

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Aus den Projekten: Rat für Ungeschützte

Im Versammlungsraum des kolumbianischen Gewerkschaftsbundes CUT in Medellín zeigt der große Holztisch noch Einschusslöcher. Sie stammen vom Mord an einem Gewerkschafter vor einigen Jahren und erinnern an die mehr als 2.000 Morde an Gewerkschaftern in Kolumbien in den letzten zwei Jahrzehnten. Die meisten blieben unaufgeklärt.

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Notiert: Gute Arbeit im Netz

"Gute Arbeit" muss ein ausreichendes Einkommen und soziale Sicherheit bringen. Außerdem soll sie nach der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation ILO die persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Integration fördern. Die Internetseite des DGB Bildungswerks „www.gute-arbeit-weltweit.de“ will alle zusammen bringen, die sich für "gute Arbeit" engagieren und interessieren: mit grundlegenden Informationen, Beispielen guter Praxis und Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.

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Notiert: Spiele zum Üben

Bei entwicklungspolitischen Seminaren des DGB Bildungswerks wird in Zukunft nicht nur diskutiert, sondern auch gespielt: als neues Format für Veranstaltungen will das Nord Süd Netz im November und Dezember Planspiele mit Jugendlichen und Betriebsräten machen.

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Notiert: Leitsätze konkret

Wie Betriebsräte die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen in ihrer Praxis nutzen können - darum geht es bei einem Seminar im DGB Tagungszentrum in Hamburg im Oktober. Die Leitsätze der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gelten als die wichtigste Grundlage für internationale Initiativen zur Einigung auf gemeinsame Grundregeln für eine sozial und ökologisch verantwortliche Unternehmensführung.

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Aufruf an Sportfirmen

Bis zu den Olympischen Spielen in London in vier Jahren müssten die Sportartikelhersteller die schlechte Behandlung von Arbeitnehmern in ihrer Industrie korrigiert haben, sagte der Generalsekretär der Internationalen Textilarbeitergewerkschaft (ITGLWF) kürzlich in einer Ansprache in Hongkong. Vier Jahre nach den Spielen in Athen seien die Arbeiter schlechter bezahlt, hätten weniger Sicherheit und mehr Repression zu fürchten, sobald sie sich organisieren wollten, beklagte Kearney. Um das zu ändern, sollten die Markenfirmen verlangen, dass alle ihre Zulieferer den Arbeitern ein Organisationsrecht und den Gewerkschaften ein Zugangsrecht garantierten.

Weitere Informationen: www.itglwf.org

 

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Broschüre: Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht

Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

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Broschüre: Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel …

Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
Umfang: 76 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

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Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums.

Broschüre (2017): Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums. Die Rolle der Gewerkschaften in einer ökologischen und sozialen Transformation.

Erscheinungsjahr: 2017
Umfang: 68 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Boris Ott / flickr,
CC BY-NC 2.0

 

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Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe IV/2018

Newsletter Nord|Süd news, 
Ausgabe IV/2018

ARBEITSZEIT WELTWEIT: Der digitale Wandel: Der neue Zeitgewinn für Beschäftigte; Japans Überstunden: Arbeiten bis zum Umfallen; Honduras: Überstunden für lau; Informeller Sektor: „Gewerkschaften müssen Allianzen schmieden“; DER 4. WELTKONGRESS DES IGB: Kräfteverschiebung beim IGB; „Die junge Generation braucht eine Chance“; Kommentar: Die Regeln ändern – auch intern! u.a.

Hier lesen oder downloaden:
http://www.nord-sued-netz.de/nordsuednews/2018-iv

 

Foto (re): ILO in Asia and the Pacific / L. Mitul 2018 / flickr, CC BY-NC-ND 2.0

 

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