Nord | Süd news II/2008

Olympia-Wanderarbeiter haben ausgespielt

Als Peking den Zuschlag für die Olympischen Spiele bekam, feierte Zhu Zhengsheng die ganze Nacht. Vielleicht hat er sich sogar noch etwas mehr gefreut als die anderen Menschen, die damals auf den Pekinger Straßen tanzten. Denn ein wenig war es ja auch sein Verdienst.

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Kommentiert: Ausbeutung unter blutroten Fahnen

Würde Marx heute über China schreiben, würde er vermutlich von "ursprünglicher Akkumulation" sprechen. Seit Deng Hsiao Ping vor rund 30 Jahren unter der Devise "Bereichert Euch!" die kapitalistische Wende Chinas eingeleitet hat, laufen dort ähnliche Vorgänge ab wie in England am Ende des 18. Jahrhunderts. 80 Millionen Menschen - nur gut sechs Prozent der Bevölkerung - besitzen mittlerweile fast alle Reichtümer des Landes. Im Gegenzug verarmte die Landbevölkerung in den letzten Jahren rapide.

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„Play Fair 2008“

Für die großen Sportartikelhersteller und das Internationale Olympische Komitee sind die Olympischen Spiele in China eine große Werbeveranstaltung; sie erwarten im Land des Wirtschaftsbooms nie gesehene Umsatzsteigerungen. Ermöglicht wird das auf Kosten der Menschen, die diese Produkte herstellen.

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Vorgestellt: Bal Gopal Thapa – Selbst verprügelt

Bal Gopal ThapaFrüher war Bal Gopal Thapa Lehrer. Jetzt ist er Gewerkschafter beim Dachverband nepalesischer Gewerkschaften GEFONT. Und arbeitet immer noch mit Kindern. "Das muss aufhören", sagt er, "Kinderarbeit darf nicht sein."

Aber Nepal ist eines der ärmsten Länder der Erde; das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 240 US-Dollar, und die Mindestlöhne reichen nicht, um eine Familie zu ernähren. Also müssen auch die Kleinen mit ran.

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Vorgestellt: Barbara Geier – Gut ausgeschlafen

Barbara GeierBarbara Geier nimmt ein Stück Kreide in die Hand und blickt über den Rand ihrer Brille. "Was sind die Voraussetzungen für gute Bildung?", fragt sie die Jugendlichen, die vor ihr in den Bänken sitzen. Hände schießen hoch. Barbara Geiers Schüler kennen die Antwort: Kostenloser Unterricht, genug Schulen und Lehrer, kleine Klassen, gute Atmosphäre, man muss ausgeschlafen sein und sollte nicht schon gearbeitet haben. Alle wissen, dass dies in vielen Teilen der Welt nicht gegeben ist. Und dass es an der Zeit ist, das zu ändern. Darüber wollen sie mit Politikern sprechen. Barbara Geier ist Lehrerin für Englisch und Französisch an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Hamburg.

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Aus der Arbeitswelt: Knochenjobs für Biodiesel

Mit den Quoten für Biobrennstoff ist der Bedarf an Palmöl weltweit rasant gestiegen. Arbeiter in Indonesien verlieren ihr Land und riskieren ihre Gesundheit, um die Nachfrage zu stillen. Es dämmert bereits auf der Palmölplantage des Unternehmens PT Bumitama Gunajaya Agro in der indonesischen Provinz Zentralkalimantan. Die meisten Arbeiter sitzen erschöpft vor den Holzbaracken im Arbeitercamp und rauchen. Nur ein Team ist noch unterwegs, um die restlichen Ölpalmenfrüchte auf die Ladefläche des letzten Lastwagens zu wuchten.

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Aus der Arbeitswelt: Das Mindeste für die Schwächsten

Die Mindestlohnpolitik in Brasilien hat die Armut zurück gedrängt. Steigende Lebensmittelpreise stellen diesen Erfolg der Regierung jetzt in Frage. Aus allen Teilen des südbrasilianischen Bundesstaats Rio Grande do Sul sind Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zum Regionaltreffen des Gewerkschaftsdachverbandes CUT nach Porto Alegre geströmt. Eine der Delegierten ist Silvia Belloso. Die zierliche 31-Jährige arbeitet seit 1992 in einer Schuhfabrik im Hinterland. Sie gehört zu den wenigen CUT-Mitgliedern, die mit dem regionalen Mindestlohn von derzeit 470 Reais (183 Euro) auskommen müssen. Gerade deswegen hat sie mehr als andere von der Politik des Präsidenten und Ex-Metallgewerkschafters Luiz Inácio Lula da Silva profitiert, der sich die Verringerung der absoluten Armut auf die Fahnen geschrieben hat.

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Aus der Arbeitswelt: Sklaven befreit

Aus sklavenähnlichen Verhältnissen wurden 35 Menschen im brasilianischen Bundesstaat Para durch Beamte der Arbeitsaufsichtsbehörde befreit. Nach einem Bericht in der Solidaritätszeitung "Brasilien Aktuell 2008" waren sie in einem ehemaligen Viehstall neben Misthaufen untergebracht und wurden von Schlachtabfällen ernährt.

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Aus der Arbeitswelt: Südafrika – der Riese strauchelt

Gewalt gegen Fremde und Korruptionsvorwürfe gegen die eigene Spitze: Südafrikas Gewerkschaften stehen 14 Jahre nach der ersten Wahl vor neuen Problemen.

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Aus der Arbeitswelt: Ramatex macht dicht

Die malaysische Textilfabrik Ramatex hat ihre Tore in Namibia im März nach sechs Jahren Betrieb geschlossen. Sie lässt mehrere tausend Frauen ohne Einkommen und verschmutzte Wasserreserven zurück. Namibia hatte für diese Investition 2001 den Zuschlag vor Südafrika und Madagaskar bekommen, weil es dem Unternehmen großzügige Bedingungen gewährte. Dazu gehörten Steuerbefreiungen und Ausnahmen vom Arbeitsrecht.

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Aus den Projekten: Webseite für Netzwerke

ThyssenKrupp steht beim Bau seines neuen Stahlwerks in Rio de Janeiro unter Beobachtung: Das gewerkschaftsnahe Institut "Observatório Social" erarbeitet nicht nur eine Studie zu dieser Investition, sondern es will seine Ergebnisse auch gleich ins Netz stellen. Damit Gewerkschafter solche Informationen schnell bekommen und mit ihnen arbeiten können, hat das Institut eine neue Webseite mit dem Titel "Conexão Sindical" entwickelt. Dabei wird es vom DGB Bildungswerk bis 2010 unterstützt werden.

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Aus den Projekten: VW-Kollegen rücken international
dichter zusammen

Zum ersten Mal haben sich Gewerkschafter aus allen VW-Standorten weltweit zu einer Konferenz in Wolfsburg getroffen. Die IG Metall Wolfsburg hatte knapp hundert VW-Kollegen aus 14 Ländern kurz vor dem weltweiten Tag der Arbeit nach Wolfsburg eingeladen, um über betriebliche und politische Probleme ihrer Interessenvertretung zu diskutieren. Nach drei Tagen waren die Gewerkschafter der weltweiten VW-Standorte dichter zusammen gerückt: "Die Kommunikations- und Informationsstrukturen werden weiter ausgebaut.

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Notiert: Sport des Südens

Sportliche Großereignisse finden immer häufiger in den so genannten "Schwellenländern" statt, die auf immer mehr Gebieten mit den Industrienationen des Nordens rivalisieren: Olympia 2008 in Peking, Fußball-WM 2010 in Südafrika, vier Jahre darauf in Brasilien. Ob sie deren Entwicklung nützen, bleibt umstritten.

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Notiert: Indien informell

Indien wird im Westen als kommende Wirtschaftsmacht wahrgenommen; nach wie vor aber lebt ein Drittel der Bevölkerung in Indien unterhalb der Armutsgrenze. Die überwältigende Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung schlägt sich im informellen Sektor der Wirtschaft durch - ohne Arbeits- oder Beschäftigungsschutz und ohne soziale Absicherung.

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Notiert: Endstation für Obst

Die großen Lebensmitteleinzelhändler und Discounter in Deutschland sind für miserable Arbeitsbedingungen von Arbeiterinnen und Arbeitern in Mittelamerika mitverantwortlich: zu diesem Schluss kommt eine Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam über die Produktion von Bananen und Ananas in Costa Rica und Ecuador sowie die Struktur der Lieferketten beim Handel mit diesen Früchten.

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Notiert: Sommerakademie

Die Kasseler Sommerakademie zur Gestaltung der Weltwirtschaft lädt vom 25. bis 29. August in die Universität Kassel ein, sich mit weltwirtschaftlichen und -politischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen und auf dieser Grundlage tagesaktuelle Forderungen neu einzuschätzen.

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Broschüre: Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht

Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

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Broschüre: Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel …

Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
Umfang: 76 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

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Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums.

Broschüre (2017): Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums. Die Rolle der Gewerkschaften in einer ökologischen und sozialen Transformation.

Erscheinungsjahr: 2017
Umfang: 68 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Boris Ott / flickr,
CC BY-NC 2.0

 

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Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe III/2018

Newsletter Nord|Süd news, 
Ausgabe III/2018

Demokratie in Gefahr: Arbeitnehmendenrechte müssen verteidigt werden; Der Kommentar: Ein neues Entwicklungsmodell ist gefragt!; Brasilien: Die Herausforderung Bolsonaro; Argentinien: Mit Generalstreiks gegen Sparpolitik; Kolumbien: Lieber groß und gemeinsam; Ecuador: Internationaler Druck stärkt lokale Strukturen; Aus den Projekten: Globale Herausforderungen lokal denken u.a.

Hier lesen oder downloaden:
http://www.nord-sued-netz.de/nordsuednews/2018-iii

 

Ausschnitt Infografik (re): © ITUC CSI IGB

 

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