Nord | Süd news I/2007

Gewerkschaftsaktionen beim alternativen G8-Gipfel –
Gerechtigkeit war in Rostock ein Puppenspiel

„Ein anständiger Job ist unbefristet, entspricht vernünftigen Sicherheitsstandards und bringt einen Lohn ein, von dem man leben kann“, erklärte Dale Forbes dem Publikum der DGB-Jugend in Rostock. Der südafrikanische Gewerkschafter trat beim G8-Alternativgipfel in einer Arbeitsgruppe zur Kampagne „Decent work for a decent life“ auf. Mit ihr hat sich die Jugend einer internationalen Gewerkschaftskampagne für menschenwürdige Arbeit angeschlossen. 

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Kommentiert: Kleine Erfolge –
Eine gewerkschaftliche Bilanz des G8-Gipfels

Die Fakten sind eindeutig. Sie belegen, dass trotz globalem Wachstum von Handel und Direktinvestitionen viele Arbeitnehmer und Bürger weit davon entfernt sind, von der Globalisierung zu profitieren. Ein Blick auf die Einkommensverteilung zeigt, dass der Anteil der Profite am Bruttoinlandsprodukt weltweit auf einen historischen Höchststand geklettert ist. Dessen Kehrseite sind stagnierende, immer öfter niedrigere Einkommen der Arbeitnehmer und der Verlust von Arbeitsplätzen.

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Global sozial

Beim offiziellen Treffen der G8-Staaten in Heiligendamm waren die Gewerkschaften nicht dabei. Ein paar Wochen zuvor aber trafen sich Gewerkschaftsführer aus den G8-Ländern mit den Arbeitsministern in Dresden und brachten ihnen ihre Vorstellungen zur Verbesserung der Beschäftigung in den Industrieländern, zum sozialen Schutz sowie zur Verantwortung von Unternehmen in Entwicklungsländern nahe.

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Vorgestellt: Emelia Ghansah – „Die andere Seite der Welt gesehen“

In ihrem dunklen Anzug mit Nadelstreifen sieht sie nicht aus wie eine Gewerkschafterin, die mit der DGB-Jugend gerade zum G8-Alternativgipfel aufbrechen will. Tatsächlich gehörte Emelia Ghansah zum Management einer Bekleidungskette aus Südafrika, ehe sie sich der Gewerkschaftsbewegung in Ghana anschloss. „Ich habe dort selbst gekündigt“, sagt die 36jährige. „Es gefiel mir nicht, wie die Beschäftigten behandelt wurden. Für etwa 50 Euro im Monat standen sie zwölf Stunden täglich im Laden und hatten immer nur Arbeitsverträge für sechs Monate. Darüber habe ich mit meinem Vorgesetzten gestritten.“ In ihrem nächsten Job interviewte die gelernte Lehrerin Farmarbeiter.

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Vorgestellt: Andreas Köppe – „Wir sind Teil der Alternativen“

Andreas Köppe spricht schnell. Er will seine Geschichte in der Pause loswerden, bevor er sich aufs nächste Podium beim alternativen G8-Gipfel in Rostock setzt. Sein Fahrtwind beim Reden entsteht auch aus Begeisterung für die Gewerkschaftsarbeit. Hauptberuflich Student der Sozialwissenschaften in Göttingen, vertritt der 28jährige die DGB-Jugend beim Europäischen Gewerkschaftsbund und engagiert sich bei der IG Metall als Jugendbildungsreferent.

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Aus der Arbeitswelt: Teure Solidarität

Ein Bierboykott gegen „Windhoek Lager“ wäre ein echter Verzicht für Verbraucher in Namibia.  Es könnte aber dazu kommen, wenn sich die Brauerei nicht endlich zu einer angemessenen Entschädigung für längst entlassene Brauereiarbeiter durchringt.

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Aus der Arbeitswelt: Aufgehängt an Nadel und Faden

Indiens wirtschaftlicher Boom hängt an der Produktion für den globalen Markt. In der Bekleidungsindustrie geht man dabei schon mal über Leichen, um das Tempo zu halten. Die 27 Jahre alte Textilarbeiterin Ratnamma musste ihr Baby auf den Straßen von Bangalore zur Welt bringen. Ihr Arbeitgeber hatte darauf bestanden, dass sie erstmal einen Urlaubsantrag ausfüllt, obwohl sie schon heftige Wehen hatte. Keine Kollegin durfte sie zum Krankenhaus begleiten, denn das hätte die Produktion beeinträchtigt. Ratnamma gebar das Kind gleich vor der Fabrik. Es hat nicht überlebt.

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Aus der Arbeitswelt: Schneiden bis ins eigene Fleisch

Europa setzt auf Biokraftstoffe als Alternative zum Öl. Unter Zuckerbaronen und Investoren in Brasilien hat der Ethanolboom Goldgräberstimmung ausgelöst. Arbeiter jedoch zahlen für die neue Energie zuweilen mit ihrem Leben.

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Aus der Arbeitswelt: Schutz gegen Streiks

Etwa 80 Prozent der Tarifverträge in Mexiko werden als „Schutzverträge“ abgeschlossen. Sie diskriminieren die Arbeitenden und blamieren Gewerkschaften wie Unternehmen. Eine internationale Kampagne sagt ihnen jetzt den Kampf an.

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Aus der Arbeitswelt: Unternehmer zur Verantwortung ziehen

Dass Arbeitgeber und Gewerkschaften miteinander reden, gehört zum europäischen Sozialmodell, findet der Europäische Metallarbeiterbund (EMB). Die Stärkung des sozialen Dialogs in Südosteuropa ist Ziel eines gemeinsamen Projektes mit dem DGB Bildungswerk.

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Notiert: Mehr Masterstudien

In Kassel und Berlin beginnt im September der vierte Masterstudiengang „Arbeitnehmerpolitik und Globalisierung“.

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Notiert: Lehrer für alle

In Berlin treffen sich vom 22. bis 26. Juli Lehrer und Lehrerinnen aus aller Welt zum fünften Weltkongress der Bildungs-Internationale (BI). Hauptthema der Zusammenkunft, zu der 1600 Delegierte und Gäste erwartet werden, ist die globale Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung für alle.

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Notiert: Nord | Süd-Netz neu

Wer das alte Nord | Süd Info kennt, hat es bis hierher gemerkt: Es heißt jetzt  nicht nur Nord | Süd news, es ist auch neu. Doppelt so dick wie bisher, soll es auch doppelt so oft erscheinen, nämlich vier Mal im Jahr. Das entspricht dem erhöhten Gewicht, das das DGB Bildungswerk gewerkschaftlichen Themen rund um Globalisierung, Entwicklung und Arbeitsbedingungen weltweit zumessen will.

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Gewerkschaftsaktionen beim alternativen G8-Gipfel

Gewerkschaftsaktionen beim alternativen G8-Gipfel in Rostock im Juni 2007

Foto: © Cordula Kropke

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