Weltkongress - Experten beraten über mehr Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

(01.09.2017/Singapur/tat) Arbeitsunfälle müssen vermieden werden. So lautet der Appell internationaler Arbeitsrechts- und Sicherheitsorganisationen. Wie diese Forderung umgesetzt werden kann, darüber beraten Experten bei einer Konferenz in Singapur.

Mehr Sicherheit auf Baustellen, in Fabriken, mehr Schutz für Arbeiter_innen, die im Job giftigen Stoffen und gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind. Dieses Ziel haben sich die Teilnehmer des Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gesetzt. Alle drei Jahre findet die Konferenz statt. In diesem Jahr hat das Arbeitsministerium in Singapur die Experten eingeladen.

Vom 3. bis 6. September kommen rund 3.000 Vertreter von Unternehmen, Gewerkschaften, aus der Politik sowie von internationalen wie regionalen Organisationen zusammen. Auch Arbeitsmediziner, Sicherheitsingenieure oder Arbeitshygieniker werden in Singapur erwartet. Allen geht es sowohl um die politische Umsetzung der Forderungen, als auch um konkrete Maßnahmen. Das bedeutet mit welchen Mitteln können Baustellen besser abgesichert, Gesundheitsrisiken erkannt oder  Mängel an Gebäuden schneller entdeckt und behoben werden.

Organisiert wird die Konferenz jeweils vom nationalen Gastgeber, von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS).

Der Präsident der ILO, Guy Ryder, spricht von rund 2,3 Millionen Menschen, die weltweit bei Arbeitsunfällen sterben. Zudem sind Millionen Arbeiter_innen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. In vielen Fällen leiden die Menschen an chronischen Krankheiten, Verletzungen mit bleibenden Schäden beeinträchtigen ihren Lebensalltag erheblich.

„Die meisten Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sind vermeidbar“, sagt Ryder in einem im Vorfeld der Konferenz veröffentlichten Grußwort. „Arbeitsplätze, die weder die Gefahr bergen sich zu verletzen noch krank zu werden, sind möglich.“ Bei Absichtserklärungen soll es nicht länger bleiben, betont der ILO-Präsident. Er fordert konkrete Präventionsprogramme. Arbeiter_innen vor Gefahren zu schützen, sei kein Luxusgut, das schweren wirtschaftlichen Zeiten zum Opfer fallen dürfe. „Berufliche Sicherheit und Gesundheit ist ein Menschenrecht.“ 

Arbeitsschutz ist international ein wichtiges Thema. Die ILO verpflichtet die Mitgliedsstaaten über Abkommen dazu, die Vorgaben für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz zu regeln und die Bedingungen gezielt zu verbessern.

Die Veranstalter haben unter anderem ihre „Vision Zero“ auf die Agenda des Kongresses gesetzt, mit der die  Vermeidung von Arbeitsunfällen angestrebt wird.
Damit aus der Vision Realität wird, müssen sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter für mehr Transparenz am Arbeitsplatz sorgen, lautet die Forderung. Das bedeutet Sicherheitsmängel auf Baustellen müssen aufgedeckt und nicht verschleiert werden. Erkranken die Beschäftigten sollte eindringlich geprüft werden, ob die Arbeitsbedingungen die Ursache für die Krankheit sind. Letztlich schützen vorbeugende Maßnahmen nicht nur die Mitarbeiter_innen sondern kommen letztlich auch den Unternehmen zugute.

Auch der Präsident der IVSS, Joachim Breuer, sieht Regierungen wie Unternehmen und Organisationen in der Pflicht, den Schutz der Beschäftigten stärker in den Blicke zu nehmen. „Wir sind in der Lage die Welt besser zu machen, in dem wir sie sicherer machen“, sagt Breuer. Auch er setzt vor allem auf Präventionsprogramme.
Die Vereinigung bringt Experten aus über 340 Institutionen aus mehr als 140 Ländern zusammen, die sich mit der Gesundheit von Arbeitnehmenden befassen.
Laut ILO haben junge Arbeitnehmer_innen ein 40 Prozent höheres Unfallrisiko als ältere Beschäftigte. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Organisation über Kampagnen auf die Bedingungen junger Menschen hingewiesen. Ab dem 28. April 2018, dem Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, soll ein Aktionsplan starten. Dieser nimmt ganz gezielt die Belange junger Menschen im Beruf in den Blick.

Links:
Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: https://www.safety2017singapore.com/?lang=de
Ministerium für Arbeitskraft in Singapur: http://www.mom.gov.sg/workplace-safety-and-health 
Internationale Arbeitsorganisation (ILO): http://www.ilo.org/global/lang--en/index.htm
Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS): https://www.issa.int/en_GB/topics/occupational-risks/introduction

ILO-Standards zur Arbeitssicherheit: http://www.ilo.org/global/standards/subjects-covered-by-international-la...

Arbeitsschutz als internationales Thema: https://www.nord-sued-netz.de/gute-arbeit/arbeitsbedingungen/arbeits-und...

Vision Zero: https://www.safety2017singapore.com/session/technical-sessions/?lang=de

Präventionsprogramme der IVSS: https://www.issa.int/en_GB/guidelines/prevention/read

Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: http://www.ilo.org/safework/events/safeday/lang--en/index.htm

 

Broschüre: Kernarbeitsnormen der ILO – Gute Arbeit weltweit!

Broschüre (2014): Kernarbeitsnormen der ILO – Gute Arbeit weltweit!

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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Foto (re): © Marco Antonio Rezende/BrazilPhotos

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Broschüre: Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht

Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

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Broschüre: Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel …

Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
Umfang: 76 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

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Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe III/2017

Newsletter Nord|Süd news, 
Ausgabe III/2017

Transformation Afrika: „Es ist wichtig, Alternativen zu präsentieren“; Bausektor: „Wir müssen in die chinesischen Multis rein!“; Landwirtschaft: Mehr Glück mit Schokolade; Energiesektor: Energie für Jobs auf dem Land; Informelle Arbeit: Eine Stimme für die 90 Prozent; Gewerkschaften kooperieren: „Dialog auf Augenhöhe“ u.a.

Hier lesen oder downloaden:
http://www.nord-sued-netz.de/nordsuednews/2017-iii

Foto (re): Conflict & Development at Texas A&M/flickr, CC BY-NC-ND 2.0

 

 

 

 

 

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