Weltklimakonferenz: Zivilgesellschaft fordert mehr Einsatz für den Klimaschutz

COP23 Fiji

(03.11.17/Berlin/tat) Ab Montag beraten Vertreter von mehr als 190 Staaten, wie das Pariser Klimaabkommen umgesetzt werden kann. Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern mehr Anstrengungen der Staaten und Hilfen für Länder, in denen die Folgen des Klimawandels besonders zu spüren sind.

In Sachen Klimaschutz ist dies der wichtigste Termin des Jahres. Vom 6. bis 17. November kommen Delegationen aus rund 190 Staaten in Bonn zusammen, um den Klimaschutz weltweit voranzutreiben. Vor allem technische Fragen müssen bei diesem Gipfel unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln geklärt werden.

Es geht um das Kleingedruckte, heißt es aus Regierungskreisen. Genauer gesagt, um die konkrete Umsetzung der Vereinbarungen über das Klimaschutzabkommen von Paris 2015. Wie sind die Zielvorgaben der einzelnen Staaten zu werten? Welche Mechanismen zur Überprüfung gibt es? Wie können Ziele und Ergebnisse transparent dargestellt werden? All dies sind Fragen, die von den Unterhändlern in den kommenden Tagen geklärt werden müssen.

Klimazusagen reichen nicht aus

Bereits jetzt ist klar, dass die bisher gemachten Zusagen nicht ausreichen werden, um die Erderwärmung zu stoppen. Umwelt- und Entwicklungsorganisationen drängen daher auf weitere Anstrengungen. Wie der Übergang von fossilen zu regenerativen Energien funktionieren kann und wie es um den Kampf für mehr Klimagerechtigkeit steht, darüber diskutieren Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Interessierte auf einem Alternativgipfel.

Über 50 Workshops sind geplant, Podiumsdiskussionen und Demonstrationen.Themen sind unter anderem alternative Handelsverträge und Wirtschaftssysteme, Mobilität, Geschlechtergerechtigkeit oder Entwicklungszusammenarbeit. Bei den Veranstaltungen kommen auch zahlreiche Gruppen aus dem globalen Süden zu Wort, zum Beispiel Vertreter indigener Gruppen. Deutschland will einen Schwerpunkt auf die Belange dieser Bevölkerungsgruppen legen.

Die Folgen des Klimawandels machen sich besonders in armen Staaten bemerkbar. Auf dem afrikanischen Kontinent, in Asien, in Ozeanien oder in Mittelamerika häufen sich Stürme, Dürren oder Überschwemmungen. Dies sind alles Wetterphänomene, die laut Wissenschaftlern durch den Klimawandel begünstigt werden. Wie gravierend das Problem bereits ist, zeigt eine aktuelle Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam.

Klimawandel treibt Menschen in die Flucht

Demnach haben Menschen in armen Ländern ein fünfmal höheres Risiko aufgrund von Extremwettern aus ihrer Heimat vertrieben zu werden, als Bewohner wohlhabender Staaten. Zwar ist nicht jedes Unwetter und jede Dürre auf den Klimawandel zurückzuführen, sagen auch die Verfasser der Studie. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit von Starkregen oder Trockenheit, wenn die Atmosphäre sich erwärmt. „Der Klimawandel verschärft Hunger und Armut und zwingt mehr und mehr Menschen zur fluchtartigen Aufgabe ihrer Heimat“, sagt Jan Kowalzig, Klimaexperte bei Oxfam. Nach Katastrophen stehen sie vor dem Ruin. Gerade für diese Menschen müsste der Gipfel in Bonn ein Zeichen setzen.

Das sehen auch internationale Gewerkschaften so. Am Freitag stellen die Organisationen aus den G-7-Staaten eine gemeinsame Erklärung  vor. Darin fordern die Gewerkschaften die Länder auf, ihre Bemühungen zum Klimaschutz zu verstärken und besonders auch die Staaten im Blick zu haben, die an den Folgen der Erderwärmung leiden. Nur so könnten die Klimaziele aber auch die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) verwirklicht werden.

Der Gipfel in Bonn wird zeigen, wie Ernst es die Weltgemeinschaft mit der Umsetzung der Klimaziele meint. Bis auf die USA und Syrien haben alle Staaten das Abkommen von Paris  unterzeichnet. Nun geht es daran, von den Zusagen zu konkreten Maßnahmen und Taten zu kommen.

 

Broschüre: Kernarbeitsnormen der ILO – Gute Arbeit weltweit!

Broschüre (2014): Kernarbeitsnormen der ILO – Gute Arbeit weltweit!

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): © Marco Antonio Rezende/BrazilPhotos

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Broschüre: Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht

Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

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Broschüre: Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel …

Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
Umfang: 76 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

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Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe III/2017

Newsletter Nord|Süd news, 
Ausgabe III/2017

Transformation Afrika: „Es ist wichtig, Alternativen zu präsentieren“; Bausektor: „Wir müssen in die chinesischen Multis rein!“; Landwirtschaft: Mehr Glück mit Schokolade; Energiesektor: Energie für Jobs auf dem Land; Informelle Arbeit: Eine Stimme für die 90 Prozent; Gewerkschaften kooperieren: „Dialog auf Augenhöhe“ u.a.

Hier lesen oder downloaden:
http://www.nord-sued-netz.de/nordsuednews/2017-iii

Foto (re): Conflict & Development at Texas A&M/flickr, CC BY-NC-ND 2.0

 

 

 

 

 

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