Regeln für die Digitale Revolution

UNI Global Union - The Future World Of Work

(22.12.2017 / Berlin / tat) Die Digitalisierung hält in allen Branchen Einzug. Sie erleichtert viele Jobs, zugleich macht sie Arbeitsplätze überflüssig. Internationale Gewerkschaftsverbände haben nun Leitlinien für die digitale Revolution aufgestellt. Ihre Befürchtung: Die Datensammelwut gefährdet den Schutz der Mitarbeiter – vor allem auch in Staaten, die gegen die Menschenrechte verstoßen.

Künstliche Intelligenz löst den Bandarbeiter ab. Eine Betriebssoftware speichert nicht nur persönliche Daten der Arbeiter_innen für die Lohnabrechnung, sondern auch das Tempo mit dem die Tätigkeiten erledigt werden, sowie Pausenzeiten und die Qualität der Arbeit. Der gläserne Arbeiter ist der Kontrolle der Arbeitgeber ausgeliefert. Um die Arbeiter_innen im digitalen Zeitalter besser zu schützen, hat der internationale Gewerkschaftsdachverband UNI Global Union nun Leitlinien für die Zukunft der Arbeit veröffentlicht.

Für den Generalsekretär des Verbands, Philip Jennings, sind der Umgang mit den Datenmengen und  der Einzug Künstlicher Intelligenz in die Unternehmen mit die wichtigsten Themen der Gewerkschaftsbewegung. „Während der industriellen Revolutionen haben Gewerkschaften Standards für Löhne, Arbeitszeiten und Arbeitsschutz gesetzt. Nun müsse sie dasselbe dringend für die Digitale Revolution leisten.“ Eigenen Angaben nach vertritt der Dachverband rund 20 Millionen Mitglieder in 150 Ländern.

Ohne Leitlinien könnte sich die globale Ungleichheit verschärfen

Daten zählen heutzutage zu den wertvollsten Informationen für die Unternehmen. Sie gelten als das „neue Gold“ in der Wirtschaft. Doch Beschäftigte haben in den meisten Fällen keine Kontrolle über die Daten, die Arbeitgeber über sie sammeln und speichern. Gibt es keine Richtwerte, werden diese Entwicklungen die globale Ungleichheit weiter verschärfen, vermutet Jennings.

Schwerpunkt der UNI-Leitlinien ist der Schutz der Privatsphäre der Mitarbeiter_innen. Dazu zählt auch, Informationen über Anstellung oder Kündigung eines Arbeitsverhältnisses nicht weiterzugeben. Es geht um das „Recht auf eine Erklärung“. Ohne ein solches Recht, gibt es keine Kontrolle darüber, warum bestimmte Entscheidungen über die Beschäftigten getroffen werden, erklärt der Gewerkschaftsdachverband. Zudem sollen die Arbeitnehmer_innen wissen, welche Daten über sie gesammelt werden und reagieren können. Das bedeutet: Sie sollen einfordern, dass persönliche Informationen korrigiert, blockiert oder gelöscht werden.

Globales Abkommen zu Künstlicher Intelligenz gefordert

Gerade auch in Staaten, in denen Arbeitnehmerrechte erhebliche Mängel aufweisen, sind diese Leitlinien wichtig. Der Zugang zu Daten kann es Beschäftigten erleichtern, ihre Rechte einzufordern oder gegen ungerechtfertigte Kündigungen vorzugehen. Ziel der UNI Global Union ist es, die Leitlinien zum festen Bestandteil von Tarifverträgen und zum Standard internationaler Arbeitsrechte zu machen.

Für den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Arbeitsleben fordern die Gewerkschaften zudem ein globales Abkommen zu ethischen Standards. Damit soll auch den negativen Folgen der Digitalisierung begegnet werden. „Von den digitalen Innovationen sollen alle profitieren, nicht nur einige wenige“, sagt UNI-Generalsekretär Jennings. Man könne weitreichende Entscheidungen nicht Technologieunternehmen und Arbeitgebern überlassen.
 

Broschüre: Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht

Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

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Broschüre: Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel …

Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
Umfang: 76 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

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Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums.

Broschüre (2017): Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums. Die Rolle der Gewerkschaften in einer ökologischen und sozialen Transformation.

Erscheinungsjahr: 2017
Umfang: 68 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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Foto (re): Boris Ott / flickr,
CC BY-NC 2.0

 

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Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe II/2018

Newsletter Nord|Süd news, 
Ausgabe II/2018

Strategien des Arbeitskampfes: Angriff auf das Streikrecht; Kommentar: Streik im 21. Jahrhundert – vielfältig und unverzichtbar; Vietnam: Im Land der „wilden Streiks“; Griechenland: Generalstreik? Aber ja!; Deutschland: „Diese Spaltung schwächt die Kampfkraft der Gewerkschaften“; Aus den Projekten: Gewerkschaften stützen inhaftierten Lula da Silva u.a.

Hier lesen oder downloaden:
http://www.nord-sued-netz.de/nordsuednews/2018-ii

 

Foto (re): George Laoutaris / flickr, CC BY-ND 2.0

 

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