ILO: Anstieg der Arbeitslosigkeit forciert Migration

(Genf/11.1.2017). Die International Labor Organisation (ILO) rechnet für 2017 mit einem moderaten Anstieg der globalen Arbeitslosenrate von 5,7 auf 5,8 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um 3,4 Millionen arbeitslosen Menschen, so der neue ILO-Bericht „World Employment and Social Outlook – Trends 2017 (WESO)“.  “Wir stehen vor der doppelten Herausforderung, die Schäden in Folge der globalen Wirtschafts- und Sozialkrise zu beheben und genügend gute Arbeitsplätze für Millionen Menschen zu schaffen, die jedes Jahr neu in das Erwerbsleben eintreten,“ so ILO-Generaldirektor Guy Ryder.

2017 wird der ILO zufolge die Zahl der arbeitslosen Menschen weltweit auf über 201 Millionen prognostiziert  – mit einem erneuten Anstieg um 2,7 Millionen im Jahr 2018. Die Herausforderungen der Arbeitslosigkeit sind besonders akut in Lateinamerika und der Karibik, wo die Einschnitte der letzten Rezession auch 2017 ihre Fortsetzung finden.

Sub-Sahara-Afrika befindet sich inmitten des geringsten Wirtschaftswachstums innerhalb der letzten zwei Dekaden. Beide Regionen sind mit einem starken Anstieg junger Menschen im erwerbsfähigen Alter konfrontiert. In Europa und Nordamerika verharrt die Langzeitarbeitslosigkeit auf hohem Niveau, verglichen mit den Vorkrisen-Jahren. Im Fall von Europa steigen diese Zahlen weiter, auch bei geringerer Arbeitslosenquote ingesamt.

Das Angebot an guter Arbeit hält mit dem Anstieg der Erwerbsbevölkerung nicht Schritt. „Das Wirtschaftswachstum ist enttäuschend und entwickelt sich zu schwach. Dies betrifft das Wachstumsniveau generell als auch die Möglichkeit, genügend Arbeitsplätze zu schaffen, was zu einer besorgniserregenden Entwicklung in der globalen Wirtschaft führt. Das beharrlich hohe Niveau an prekären Arbeitsplätzen, zusammen mit einem Abbau von qualifizierter Beschäftigung – selbst in den Ländern mit vergleichsweise guten Wirtschaftsdaten -  ist alarmierend. Wir müssen sicherstellen, dass die Gewinne des Wachstums allen zugute kommen“, so ILO-Generaldirektor Guy Ryder. Der Bericht belegt, dass prekäre Formen der Beschäftigung – darin einbezogen sind mitarbeitende Familienangehörige und bestimmte Gruppen von Selbständigen – für das Jahr 2017 bei über 42 Prozent der Gesamtbeschäftigung liegt. Das sind rund 1,4 Milliarden Menschen weltweit.

Schlechte Jobsituation treibt die Menschen zur Migration

Zwei von drei Menschen in Schwellenländern arbeiten in prekären Beschäftigungsformen. In Entwicklungsländern liegt die Zahl bei mehr als vier von fünf ArbeiterInnen. Der Anstieg der Menschen in prekärer Beschäftigung wird auf 11 Millionen pro Jahr geschätzt, Südasien und Sub-Sahara-Afrika sind überproportional betroffen. Die globale Unsicherheit und der Mangel an menschenwürdigen Arbeitsplätzen lässt nach Befürchtungen der ILO wachsende soziale Unruhen und zunehmende Migration erwarten. Schon seit 2009 steige die Zahl derjenigen, die eine bessere Zukunft in anderen Ländern suchen. In den Staaten Afrikas südlich der Sahara wollten 32 Prozent der Menschen ihre Heimat verlassen, um im Ausland einen Job zu suchen. In Lateinamerika und der Karibik seien es 30 Prozent, in Nordafrika 27 Prozent.

Broschüre: Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht

Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

Bild 4 von 4

Broschüre: Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel …

Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
Umfang: 76 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

Bild 3 von 4

Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums.

Broschüre (2017): Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzen des Wachstums. Die Rolle der Gewerkschaften in einer ökologischen und sozialen Transformation.

Erscheinungsjahr: 2017
Umfang: 68 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

Hier bestellen:
www.nord-sued-netz.de/medien/material-bestellen

Foto (re): Boris Ott / flickr,
CC BY-NC 2.0

 

Bild 2 von 4

Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe I/2018

Newsletter Nord|Süd news, 
Ausgabe I/2018

Gewalt in der Arbeitswelt: Ein neues ILO-Übereinkommen muss dringend her; Kommentar: Wir brauchen ein „Null-Toleranz-Signal“; Brasilien: „Auch Rassismus spielt eine Rolle“; Pakistan: Jede Beschwerde in sechzig Tagen bearbeitet; Uganda: „Frauen knien nieder und preisen den Präsidenten“; Aus den Projekten: „Ich bin so froh, dass wir noch dabei sind“ u.a.

Hier lesen oder downloaden:
http://www.nord-sued-netz.de/nordsuednews/2018-i

 

Foto (re): U.S. Embassy Pakistan / flickr, CC BY-ND 2.0

 

Bild 1 von 4