Gewerkschaften: Klimawandel ist ernstzunehmende Bedrohung

(15.11.2017 / Berlin / tat) Um die Erderwärmung zu stoppen, reichen die bisherigen Anstrengungen der Staatengemeinschaft nicht aus. Der Weltklimagipfel in Bonn geht in die entscheidende Phase – und soll Ergebnisse liefern. So der Appell von Gewerkschaften und Klimaschützern.

Mehr Umweltschutz und gute Arbeitsplätze: Vor dem Abschluss der Weltklimakonferenz fordern internationale Gewerkschaften eine Kehrtwende in der aktuellen Wirtschaftspolitik. Der Klimawandel sei eine ernstzunehmende Bedrohung, die dringend und engagiert bekämpft werden müsse, heißt es in einer Erklärung der Gewerkschaften aus den  G7-Staaten.

 

Derzeit verhandelt die Staatengemeinschaft in Bonn, wie das Pariser Klimaschutzabkommen umgesetzt werden kann.

Während in der ersten Woche des UN-Gipfels die Unterhändler aus den Staaten berieten, sind nun die Staats- und Regierungschefs an der Reihe. Unter anderem sprechen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron zu den Delegierten. Von den Staatenlenkern wird ein klares Bekenntnis zu den Klimaschutzzielen erwartet. Im Pariser Abkommen von 2015 hatte sich die Staatengemeinschaft darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und wenn möglich sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Beim Gipfel in Bonn geht es unter anderem um Transparenzregeln und Berichtspflichten für die mehr als 190 Staaten, die das Abkommen unterzeichnet haben.

Umweltschutz nicht gegen Arbeitsplätze ausspielen

„Die Klimaschutzziele sowie die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) eröffnen enorme Beschäftigungspotentiale“, betonen die Gewerkschaften aus den G7-Staaten. Das gilt für die Landwirtschaft und die Lebensmittelerzeugung, für das Leben in den Städten und auf dem Land, für den Energiebereich und das Gesundheits- und Sozialwesen. Für die gewerkschaftlichen Vertreter geht es dabei nicht um die Entscheidung zwischen Arbeitsplätzen und Umweltschutz, sondern viel mehr um einen Strukturwandel, der zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem führt.

Die internationale Gewerkschaftsbewegung appelliert an die Staats- und Regierungschefs den Klimaschutz mit Ehrgeiz anzugehen: „Es gibt keine Arbeitsplätze auf einem toten Planeten.“ Besonderes Augenmerk legen die Gewerkschafter auf die Unterstützung für Entwicklungsländer. Die Staatengemeinschaft hatte sich bereits darauf geeinigt, 100 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2020 bereit zu stellen. Mit dem Geld sollen die Staaten unterstützt werden, die besonders vom Klimawandel betroffen sind.

CO2-Ausstoß steigt wieder an

Dass dringend Handlungsbedarf besteht, zeigt eine aktuelle Studie des Forscher-Netzwerks „Global Carbon Project“. Darin kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass der globale Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase wieder ansteigt. Insgesamt wird ein Ausstoß von 41 Milliarden Tonnen Kohlendioxid für 2017 prognostiziert. Das im Pariser Klimaabkommen festgesetzte Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, drohe, verfehlt zu werden, befürchten die Forscher. Für den CO2-Anstieg ist vor allem China verantwortlich.
 
Ähnliche Ergebnisse gehen aus dem Klimaschutz-Index 2018 hervor. Demnach ergreift bisher kein Land der Welt genug Maßnahmen. Schweden, Norwegen, Litauen oder Marokko zählen laut Index zu den Vorreitern. Die USA und Saudi-Arabien verfehlen die Klimaschutzziele bisher um Längen. Deutschland liegt auf Rang 22 von insgesamt 56 untersuchten Staaten.

Angesichts dieser Entwicklungen sehen die Gewerkschaften einerseits die Politik in der Pflicht, eine gerechte Strukturentwicklung sicherzustellen. Dazu zählt auch die Einrichtung von sogenannten „Just Transition Fonds“ für einen sozialverträglichen Übergang für mehr Klima- und Umweltschutz. Auch die Industrie muss handeln. Sie soll Konzepte erarbeiten, die gute Arbeit und CO2-arme und ressourceneffiziente Produktionen gleichermaßen berücksichtigen. Zudem soll mehr Geld in Wirtschaftsbereiche fließen, die Jobs schaffen und den Schutz des Klimas fördern. Dazu zählt der Erneuerbare-Energien-Sektor aber auch der Bereich der nachhaltigen Mobilität.
 

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Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
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Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

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Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
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Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

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Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe IV/2017

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Ausgabe IV/2017

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