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Fit für Fair

Oxfam: Fit fuer Fair(20.6.2016). Lidl behauptet, alle Bananen und Ananas in seiner Obstabteilung seien „nachhaltig“. Doch der Alltag auf den Plantagen sieht oft anders aus: Plantagenarbeiter/innen und ihre Familien sind giftigen Pestiziden schutzlos ausgeliefert. Sie leiden unter Atemwegsbeschwerden, Übelkeit und Schwindel. Das Einkommen von Kleinbäuerinnen und Arbeitern ist so gering, dass sich Familien z.B. Arztbesuche nicht leisten können. Plantagenarbeiter/innen, die sich in Gewerkschaften organisieren, werden häufig diskriminiert und sogar entlassen. Durch den Einsatz chemischer Substanzen leiden Böden und Wasserqualität. Monokulturen und Pestizide zerstören die biologische Vielfalt. Die globale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam ruft deshalb jetzt zu einer E-Mail-Kampagne auf, die den Lebensmitteldiscounter dazu bewegen soll, Verantwortung für die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern zu übernehmen.

Kampagne

Brasiliens Corruptionitis: Wann geht der nächste Minister?

(20.6.2016). Brasiliens Übergangskabinett steht vor der nächsten Erschütterung. Berichten des lateinamerikanischen TV-Senders TeleSUR zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Bildungsminister Mendonca Filho wegen Verwicklung in die Korruptionsaffäre. Filho  wäre bei einem Rücktritt bereits der vierte Minister des Übergangskabinetts, der wegen Korruption seinen Hut nehmen muss.

Am vergangen Freitag gab Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot bekannt, dass man eine illegale Spende für die Wahlkampagne des amtierenden Bildungsministers untersuche. 29.000 US-Dollar seien dafür 2014 geflossen, Absender des Geldes: die UTC-Finanzgruppe, die im brasilianischen Korruptionsskandal eine Rolle spielt. Die Staatsanwaltschaft gab auch bekannt, dass in diesem Zusammenhang gegen die Bauunternehmen Odebrecht und Queiroz Galvão ermittelt wird. Beide sollen ebenfalls "verdächtige" Summen von 29.000 US-Dollar auf das Konto von Mendonca Filhos überwiesen haben. Filho wird auch die Verwicklung in die Operation "Car Wash" vorgeworfen, bei der es um Geldwäsche und Betrug geht.

Handbuch zum Download

cover handbuch gute arbeit(16.6.2016). Vor fast zehn Jahren ist das inzwischen längst vergriffene "Handbuch Gute Arbeit" der IG Metall erschienen. Das Handbuch war der Abschluss der Projektphase Gute Arbeit mit vielen wichtigen Informationen und Handlungshinweisen, die nach wie vor Gültigkeit haben. Um es auch weiterhin nutzbar zu machen, ist es als html- und PDF-Datei komplett verfügbar.

Zum Handbuch Gute Arbeit

Globale Lieferketten: "Skandal"

Cover Frontlines Scandal(16.6.2016). Großkonzerne betrachten ihre Arbeitskräfte zunehmend nur noch als Ware. Arbeitnehmerrechte spielen da keine Rolle - sie sind schlecht für's Geschäft. Sechzig Prozent des Welthandels basieren auf Großunter
nehmen, die - ohne sich dafür zu entschuldigen - auf ein Geschäftsmodell zurückgreifen, das auf Ausbeutung und Missachtung der Menschenrechte in ihren Lieferketten basiert. 
Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat die Lieferketten von 50 Großkonzernen untersucht und in einem ersten Report 25 Unternehmensprofile erstellt, aus denen Vermögen, globaler Fußabdruck und die Zahl der Beschäftigten hervorgeht, die für ihren Lebensunterhalt vom Konzernverhalten abhängig sind. Viele von ihnen unsichtbare Arbeitskräfte.

Zum Frontlines-Report Skandal

Bangladesch in der Kritik der ILO

(15.6.2016). Bangladesch steht aufgrund seiner ablehnenden Haltung gegenüber Arbeitnehmern und Gewerkschaften in der Kritik des Normenausschusses der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Der Normenausschuss der ILO hat scharfe Kritik an der Regierung von Bangladesch geäußert. Sie halte sich nicht an ILO-Standards. Bangladesch wurde in einem gesonderten Abschnitt des Ausschusses behandelt, weil im Bereich der Arbeitnehmerrechte keine bedeutenden Fortschritte erzielt wurden. UNI-Generalsekretär Philip Jennings machte auf die beklagenswerte Lage bei den Gewerkschaftsrechten im Telekommunikationssektor in Bangladesch aufmerksam. „Tausende Arbeitnehmer sind im wachsenden Telekommunikationssektor in Bangladesch beschäftigt. Es ist offensichtlich, dass die Regierung die Position eingenommen hat, in diesem ‘Angestelltensektor’ keine Gewerkschaften ‘zuzulassen’”, so Jennings. Dabei führte er eine ganze Reihe von Belegen an, darunter die Entlassung von ArbeitnehmerInnen und Gewerkschaftsmitgliedern nachdem sie sich als Gewerkschaftsmitglieder registriert hatten. Ein weiterer Fall ist die vorsätzliche Missachtung eines Gerichtsbeschlusses zur Registrierung einer Gewerkschaft. „Das größte Telekomunternehmen in Bangladesch hat vor Gericht den unhaltbaren Standpunkt vertreten, dass praktisch keiner seiner 3.000 Beschäftigten für einen Gewerkschaftsbeitritt infrage komme, da alle Vorgesetzte oder Führungskräfte seien“, erklärte Jennings.

Auch beim zweitgrößten Telekommunikationsunternehmen des Landes gibt es klare Anzeichen für eine gewerkschaftsfeindliche Haltung. Beim drittgrößten Unternehmen des Sektors gelang es einer Gewerkschaft, sich trotz des Widerstands des Unternehmens zu registrieren und es wurden Tarifverhandlungen aufgenommen. Statt ihre guten Beziehungen zur Lösung der überhitzten Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen zu nutzen, versucht die Regierung, die Registrierung der Gewerkschaft rückgängig zu machen.„Es liegt auf der Hand, dass die Regierung gar nicht die Absicht hat, die Vereinigungsfreiheit zu wahren. Genug ist genug”, so Jennings. 

Der Generalsekretär der UNI-Global Union war nicht der Einzige, der dazu Stellung bezog. Unter anderem äußerte sich auch der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe, der kürzlich von einer ILO-Mission nach Bangladesch zurückgekehrt war und anmerkte, dass die Regierung von Bangladesch der ILO Jahr für Jahr mit derselben Leier von unerfüllten ‘guten Absichten’ komme. Er führte auch einzelne Fälle mangelnder Arbeitnehmerrechte in den freien Exportzonen an und das Versagen der Regierung, Sanktionen gegen Arbeitgeber zu verhängen, die Gewerkschaften zerschlagen oder dafür zu sorgen, dass Arbeitnehmer wieder eingestellt werden, die aufgrund ihrer Gewerkschaftstätigkeit entlassen wurden.

Falsche Tatsachen, Gerüchte und Anschuldigungen

(15.6.2016). Brasiliens Medienlandschaft ist gespalten. In den sozialen Medien, die mehrheitlich in den Händen der jüngeren Generation sind, ist man überwiegend auf der Seite der aus ihrem Amt entfernten Präsidentin Rousseff. Die großen Zeitungen und TV-Stationen im Besitz weniger Reicher arbeiten mit falschen Tatsachen, Gerüchten und Anschuldigungen in der Berichterstattung über das Impeachment-Verfahren gegen die gewählte Präsidentin Dilma Rousseff. Omar Rincón, Leiter des Medienprojektes der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kolumbien, schreibt für die "Internationale Politik und Gesellschaft" über Brasiliens fehlende Meinungsvielfalt.

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