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Weltweit schuften für Olympia 2008

Sonia Lara

Sonia Lara, Menschenrechtsaktivistin bei einer Nichtregierungsorganisation, berichtet im Gewerkschaftshaus Düsseldorf über die Auswirkungen des Geschäfts mit der Olympiade in China auf die Arbeitsbedingungen in Mittelamerika.

Die ehemalige Näherin, die die Kündigung erhielt, weil sie sich in einer Gewerkschaft organisierte, stammt aus El Salvador und kennt die Geschäftsgebaren von Firmen wie Adidas und Puma an ihren Produktionsstandorten nur zu gut.

Momentan macht sie eine Rundreise mit der Christlichen Initiative Romero CIR aus Münster und besucht am Freitag, dem 16.Mai 2008 um 19:00 Uhr das Gewerkschaftshaus Düsseldorf (Friedrich-Ebert-Str. 34, 40210 Düsseldorf).

 

Veranstalter ist der Nicaragua-Verein-Düsseldorf e.V..

Unterstützer ist die DGB Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein.

V.i.d.S.d.P.: Nicaragua-Verein Düsseldorf e.V., c/o Regine Barth, Eduard-Schloemann-Str. 48, 40237 Düsseldorf

Burkina-Faso: Gewerkschaften bieten steigenden Lebensmittelpreisen die Stirn

Burkina-Faso

"Das Land der Aufrechten" nennt sich der auf einem Hochplateau liegende, französisch sprechende, westafrikanische Binnenstaat, der zu den ärmsten Ländern der Erde gehört. Die massiv in die Höhe schnellenden Lebensmittelpreise haben wie in vielen Ländern Afrikas den Menschen dort besonders zugesetzt. Mit einem Generalstreik setzten sich die Gewerkschaften der Krise entgegen. - Ein Erfolg wie Bernhard Schmidt auf heise.de berichtet.

"Operation tote Städte" hieß der Aufstand, während dem Besitzer kleiner Läden und Lebensmittelhändler am 07. und 08. April 08 dazu aufgefordert wurden, ihre Türen geschlossen zu halten. In vielen Werkstätten legten die Menschen ihre Arbeit nieder. Währenddessen wurden Diskussionsforen eröffnet, in denen die Bevölkerung über die Wirtschaftspolitik debattieren konnte.

Der Erfolg liegt in der Einheitlichkeit, in der die Bewegung geschah. Seit langer Zeit waren die Gewerkschaften zersplittert und mit anderen Verbänden, die sie hätten unterstützen können, verfeindet gewesen. Die Ursachen hierfür liegen in der politischen Vergangenheit des Landes. Bevor der jetzige Präsident Blaise Compaoré sich 1987 an die Macht geputscht hatte, hatte sein Vorgänger Thomas Sankara Gewerkschaftsbewegungen gedämpft. Er hatte so genannte "Basiskomitees zur Verteidigung der Revolution" unterstützt, die gegen die Gewerkschaften konkurriert hatten.

Nicht alle Aufstände gegen die steigenden Nahrungsmittelpreise verlaufen jedoch friedlich, und nicht überall sind sie durchdacht organisiert. Auch in Teilen Burkina-Faso`s wie in einigen anderen Ländern, darunter Ägypten, Haiti und Kamerun soll es bereits zu Todesopfern gekommen sein. Dies rührt teilweise daher, dass Aufstände durch die Regierungen bekämpft werden. Nach Schätzung der Weltbank sind 33 Staaten wegen der steigenden Preise von sozialen Unruhen bedroht, und ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht.

 

Textquellen:

heise.de / "Hunger, soziale Aufstände und business"

Wiener Zeitung / "Globale Preisexplosion löst Unruhen aus"

wikipedia

 

Bildquelle:

kede / aboutpixel

Indonesien steht für mehr als für Terror und Tsunami

Indonesien

Hinter einseitiger Berichterstattung verborgen vollzieht sich in Indonesien ein rasanter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbruch. 10 Jahre nach der Asienkrise macht das Land erste Schritte in Richtung Demokratie und Wirtschaftsaufschwung, welche jedoch von sozialer Ungleichheit, wachsendem Einfluss islamistischer Kreise und brüchigem ethnisch-kulturellen Zusammenhalt begleitet sind.

Die neue Indonesienbroschüre des DGB-Bildungswerks zeichnet diese vielschichtigen Entwicklungen in Indonesien nach, skizziert die Geschichte und die politische Entwicklung des Landes. Dabei werden auch Umweltprobleme, die durch massiv angestiegene Auslandsinvestitionen entstehen, dargestellt. Ebenso diskutieren wir Möglichkeiten der Stärkung gewerkschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Einflussmöglichkeiten.

Konflikte aufzeigen und ihnen den Nährboden entziehen - eine friedliche und gerechte Entwicklung in Indonesien unterstützen – darum geht es in diesem Heft.

Gerne nehmen wir für diese Broschüre Ihre Meinungen, Anregungen und Kommentare entgegen. Senden Sie diese bitte per E-Mail an nord-sued-netz@dgb-bildungswerk.de

Sie finden  die Broschüre  im Downloadbereich unserer Website www.nord-sued-netz.de.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre! 

Broschüre "Informeller Sektor in Indien"

Indien

Die Broschüre des Nord-Süd-Netzes des DGB Bildungswerks "Die im Schatten sieht man nicht - der informelle Sektor in Indien" erlaubt einen anderen Einblick in das Land Indien als den einer kommenden (Welt-)wirtschaftsmacht, der in der westlichen Presse meist gegeben wird. Beeindrucken nur zu oft hohe Wachstumsraten und zunehmende Inverstitionen, so genießt die Tatsache, dass ca 90 % der arbeitenden Bevölkerung im informellen Sektor arbeiten, kaum Beachtung.

Die westliche Wahrnehmung von Indien als kommender (Welt)wirtschaftsmacht wird vorrangig von den beeindruckenden Wachstumsraten, den zunehmenden Investitionen, dem steigenden Handelsaufkommen, den Börsenhochs und den PR-Aktionen der ‚Confederation of Indian Industry' bestimmt. Angesichts eines  640 € Pro-Kopf-Einkommen oder den je nach Definition zwischen 22 und 34% absolut Armen besteht jedoch eine massive Diskrepanz etwa zwischen den leuchtenden Geschäftstürmen in Delhis Satellitenstadt Gurgaon und dem ländlichen Bihar.

Es sind vor allem die sozialen Aspekte und Folgewirkungen der Globalisierung, die zunehmend den gesellschaftspolitischen Diskurs vor Ort prägen. In sozialer Hinsicht ist deutlich geworden, dass sich der globale Wettbewerb zumeist auf Kosten von Arbeitnehmerrechten und Arbeitsbedingungen vollzieht und zur Beschneidung lokaler Märkte führt. Auf dem Papier lassen sich umfassende Arbeitnehmerrechte finden, die Praxis der Verwirklichung sieht vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben anders aus - vom informellen Sektor ganz zu schweigen.

Der informelle Sektor in Indien macht ca. 90% der arbeitenden Bevölkerung aus, stellt also mehr als nur eine ‚kritische Masse' dar, die sich staatlicher Politik weitgehend entzieht und in der sich prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse nach eigenen Regeln gestalten.

Hier gelten kaum Arbeitsschutzbestimmungen, Maßnahmen zum Beschäftigtenschutz erreichen ihn nicht und nur ca. 6% der im informellen Sektor Beschäftigten werden von (bescheidenen) Maßnahmen der sozialen Sicherung erfasst. Von einer Entsprechung des ILO-Leitbilds von ‚decent work' oder der Verwirklichung von Kernarbeitsnormen kann für einen Großteil der im informellen Sektor Beschäftigten daher kaum die Rede sein.

Die Vernachlässigung des informellen Sektors in Indien ist auch darauf zurückzuführen, dass sich bisher kaum gewerkschaftliche Gegenmacht in ihm formieren konnte, die Interessen der Beschäftigten hätte wirksam artikulieren und repräsentieren können. Abgesehen von der generellen Problematik gewerkschaftlicher Organisation im informellen Sektor, hängt dies nicht zuletzt mit der hohen Fragmentierung und Politisierung der indischen Gewerkschaften zusammen.

Die hier vorliegende Broschüre analysiert die Rahmenbedingungen und Strukturen des informellen Sektors in Indien und zeigt Wege auf, wie durch gewerkschaftliche und zivilgesellschaftliche Aktivitäten ein "organising the unorganised" gelingen kann.

Gerne nehmen wir für diese Broschüre Ihre Meinungen, Anregungen und Kommentare entgegen. Senden Sie diese bitte per E-Mail an nord-sued-netz@dgb-bildungswerk.de.

Sie finden die Broschüre im Downloadbereich unserer Website www.nord-sued-netz.de.

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Neue Dokumentation zeigt Wege zu einer gerechteren Steuerpolitik

Unternehmensverantwortung

Die aktuellen Fälle der Steuerflucht nach Liechtenstein sind nur die Spitze des Eisbergs. Regierungen entgehen weltweit Einnahmen in dreistelliger Milliardenhöhe, weil transnationale Unternehmen und reiche Privatpersonen infolge von manipulierten Verrechnungspreisen und anderen Tricks Zahlungen an die Staatskasse umgehen. Das zeigt eine Dokumentation von DGB-Bildungswerk, Global Policy Forum und terre des hommes.

Die Broschüre beschreibt, wie die Regierungen mit ihrer Steuerpolitik gegenüber Unternehmen auf jährliche Einnahmen in Milliardenhöhe verzichten und welche negativen Folgen das für die Finanzierbarkeit öffentlicher Güter und Dienstleistungen hat. Leidtragende sind auch die Menschen in den Entwicklungsländern. Denn dort werden höhere Staatseinnahmen besonders dringend benötigt, um die Bekämpfung der Armut und die soziale Grundversorgung der Bevölkerung aus eigener Kraft zu finanzieren.

Bei der Unternehmensbesteuerung sind den Regierungen auf nationaler Ebene keineswegs völlig die Hände gebunden. Die Dokumentation beschreibt, was in Deutschland zu tun wäre, und kritisiert, dass die beschlossene Steuer(senkungs)reform der Großen Koalition den Unternehmen vor allem weitere Steuergeschenke bringt.Die Autoren plädieren für eine verstärkte multilaterale Zusammenarbeit in der Steuerpolitik unter dem Dach der Vereinten Nationen. Denn gegen den weltweiten Steuerwettlauf nach unten und die Kapitalflucht in Steueroasen können die Regierungen nur gemeinsam vorgehen. Auch die effektivere Besteuerung transnationaler Konzerne, die Bekämpfung der Bestechung und die Rückführung veruntreuter Gelder von ausländischen Konten in die Länder des Südens sind nur durch eine bessere internationale Zusammenarbeit möglich.

Das Fazit von DGB-Bildungswerk, Global Policy Forum und terre des hommes: Die Bereitschaft von Unternehmen, Steuern zu zahlen, muss systematisch zum Thema der Debatte um Unternehmensverantwortung werden. Bisher konzentrierte sich diese Debatte meist auf Umwelt- und Sozialstandards, Menschenrechte und Korruptionsvermeidung. Aber Unternehmen, die Lobbyarbeit gegen faire Steuergesetze betreiben oder durch Steuerflucht und Steuervermeidungstricks den öffentlichen Haushalten Milliarden entziehen, dürfen sich nicht länger als "good corporate citizens" darstellen.

 

Dokumentation im PDF downloaden

DGB Bildungswerk/Global Policy Forum Europe/terre des hommes:
Steuergerechtigkeit und Unternehmensverantwortung.
Mit Beiträgen von  Nicola Liebert, Jens Martens, Bruno Gurtner, Wilfried Kurtzke und Detlev von Larcher. Bonn/Düsseldorf/Osnabrück, Dezember 2007, 32. S.
ISBN: 978-3-924493-84-4

 

Newsletter I/2008 Schwerpunkt China

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In China gelten Mindestlöhne nur auf dem Papier. Lohnrückstände, unbezahlte Überstunden und Lohnentzug bei Fehlverhalten sind für viele "BilligarbeiterInnen" die bittere Realität. Wie sich ArbeiterInnen wehren und Arbeitsämter sich um Einhaltung der Vorschriften bemühen, lesen Sie im ersten Artikel "Mindestlöhne am Fließband der Welt".

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