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Act Now: Pepsi behindert Gewerkschaften

(10.11.2016). Das PepsiCo-Management von Frito-Lay in Lahore (Pakistan) hat als Reaktion auf die Bildung und offizielle Registrierung einer Gewerkschaft mit 650 Mitgliedern Gewerkschaftsfunktionäre schikaniert und versetzt. Mit der Gründung einer Scheingewerkschaft versuchen sie, die Kollektivverhandlungsrechte der Gewerkschaft zu umgehen.

Seit die Gewerkschaft der PepsiCo-Beschäftigten registriert wurde und ihr offiziell Kollektivverhandlungsrechte gewährt wurden, sind Gewerkschaftsfunktionäre Opfer gezielter Disziplinarverfahren aufgrund falscher Anschuldigungen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft wurde in einen anderen Betrieb versetzt, um Kontakte mit den Mitgliedern zu verhindern. Der Konzern hat eine Pseudogewerkschaft registrieren lassen, die vorgibt, ArbeiterInnen an zwei verschiedenen Standorten zu vertreten, um die Forderung der Beschäftigten in Lahore nach einer ausgehandelten Kollektivvereinbarung zu unterlaufen. Die Gewerkschaftsmitglieder dürfen keine Überstunden leisten und werden zum Austritt aus der Gewerkschaft gedrängt.

Die Beschäftigten bildeten ursprünglich als Reaktion auf den massiven Missbrauch von prekärer Beschäftigung eine Gewerkschaft. Das führte dazu, dass Beschäftigte, die seit Jahren in dem Betrieb arbeiten, nicht fest angestellt werden.

Eine grosse Zahl von Beschäftigten, darunter weibliche Arbeitskräfte, veranstaltete vor dem Fabriktor Protestaktionen und forderte den Konzern auf, seine Attacken auf die Belegschaftsrechte einzustellen.

VERWENDET DAS NACHFOLGENDE FORMULAR, UM JETZT EINE BOTSCHAFT AN PEPSICO ZU SCHICKEN mit der Aufforderung an den Konzern, die Gewerkschaftsrechte in dem Betrieb in Lahore zu achten und seine anhaltende Mitschuld an den Verletzungen der Rechte von ArbeiterInnen zu beenden.

Decent Work In Global Supply Chains

The Global Labour University has openend  the new Massive Open Online Course on  "descent work in global supply chains"  for enrolment . This online course offers the opportunity to network with thousands of trade unionists and labour activists from around the world and it is offered  for free in the audit track You can watch the course trailer here.

IGB-Kampagne: Samsung missachtet Gewerkschaftsrechte

logo ituc(27.10.16). Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) fordert dazu auf, online gegen die Verletzung von Arbeitnehmerrechten bei dem Elektronikriesen Samsung zu protestieren. Samsung ist bekannt für die Verletzung von Arbeitnehmerrechten. 

Ein internes Dokument der Chefetage, das dem IGB zugespielt wurde, zeige die „gewerkschaftsfeindlichen Strategien“ des südkoreanischen Konzerns, so der IGB. Lee Byung-chull, der Gründer von Samsung, soll Berichten zufolge erklärt haben, dass das Unternehmen „nur über meine Leiche Gewerkschaften anerkennen“ werde. Aus den dem IGB jetzt zugespielten internen Dokumenten geht hervor, wie weit der südkoreanische Konzern gehen will, „um seine Beschäftigten zu kontrollieren, vor allem diejenigen, die eine Gewerkschaft gründen wollen“, so IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow.

Maßnahmen, um die Beschäftigten zu kontrollieren

Eine PowerPoint-Präsentation, die wohl nur für die Chefetage bestimmt war, beschreibt spezifische „Gegenmaßnahmen“, um die Beschäftigten „unter Kontrolle zu bringen“. Die Formulierungen seien erschreckend, so Burrow. In den zugespielten Dokumenten werden die Manager angewiesen, „die Beschäftigten zu isolieren“, „die Anführer zu bestrafen“ und „interne Konflikte zu schüren“. Der IGB ruft weltweit dazu auf, online gegen diese Praktiken zu protestieren und das Unternehmen aufzufordern, die Verletzung von Arbeitnehmerrechten zu unterlassen sowie die gewerkschaftsfeindliche Strategie zu beenden.

Berüchtigt für miserable Arbeitsbedingungen

Rund eine halbe Million Menschen ist bei dem südkoreanischen Mischkonzern beschäftigt, Hunderttausende weitere arbeiten in einem riesigen, undurchsichtigen Netz von Subunternehmern und Tochtergesellschaften im asiatischen Raum, berichtet das Asia Monitor Ressource Centre, das unabhängige demokratische Gewerkschaften in Asien unterstützt. Angesichts prekärer Beschäftigungsverhältnisse seien unmenschliche Arbeitsbedingungen an der Tagesordnung, betont der IGB. Angaben der Arbeitnehmerrechtsorganisation China Labor Watch zufolge werden Beschäftigte in den Betrieben von Samsung zum Teil gezwungen, 100 Überstunden pro Monat zu machen, vielfach unbezahlte Tätigkeiten zu verrichten oder elf bis zwölf Stunden im Stehen zu arbeiten. Über die drei Monate, in denen das Samsung Galaxy Tablet im Eiltempo produziert wurde, berichtet eine Arbeiterin, dass sie „zwei oder drei Stunden pro Nacht geschlafen“ habe und aufhören musste, ihr drei Monate altes Baby zu stillen, um mit dem Produktionstempo Schritt halten zu können.

Sharan Burrow: „Samsung ist überall“

Das Asia Monitor Ressource Centre, geht davon aus, dass Samsungs „gewerkschaftsfeindliche Strategie“ Auswirkungen auf die gesamte asiatische Elektronikindustrie hat, weil Samsung Electronics gezielt eingreife, „um die Gründung von Gewerkschaften bei seinen Zulieferern zu verhindern“. IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow erwartet, dass weltweit die ArbeitnehmerInnen dem Unternehmen die Rote Karte wegen seiner Strategien zeigt. „Samsung ist überall“, erklärt Sharan Burrow. „Falls du ein Smartphone, ob Android oder iPhone, hast, ist es gut möglich, dass Teile davon in von Samsung und seinen Tochterunternehmen kontrollierten Fabriken produziert wurden. Jetzt ist es an uns allen, Samsung deutlich zu machen, dass es so nicht weitergehen kann.“

Online-Aktion des IGB

Reporter Brasil hat Chancen auf Auszeichnung

 (25.10.16) Der Gründer des Nord-Süd-Netz Partners Reporter Brasil, Leonardo Sakamoto, ist  als einer der Finalisten für den „Press Freedom Prize“ von Reporter ohne Grenzen nominiert.  

Landraub in Afrika muss gestoppt werden

(19.10.16) Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) appelliert an das Bundesfinanzministerium, bei der Planung für die G20-Präsidentschaft 2017 soziale und ökologische Belange nicht zu vernachlässigen. Insbesondere bei dem Schwerpunkt, Investitionen in afrikanischen Ländern zu stärken, müssen die Interessen der Menschen und der Umwelt berücksichtigt werden. „Es ist gut, dass die Bundesregierung das Thema Afrika ganz oben auf ihre G20-Agenda setzt. Das darf aber nicht zu einem weiteren Ausverkauf des Kontinents führen. Landgrabbing ist bereits heute in hohem Maß für Not und Elend der heimischen Bevölkerung verantwortlich. Die rücksichtslose Jagd internationaler Investoren nach Ackerland muss gestoppt und nicht noch erleichtert werden“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers.

Hintergrund der Befürchtungen ist eine Äußerung des Regierungsberaters für den Afrika-Schwerpunkt der deutschen G20-Präsidentschaft, Paul Collier. Er kündigte in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ an, die Bedingungen für private Investitionen zu verbessern. Die Planungen dazu erstellt er zusammen mit dem Bundesfinanzministerium.

„Weltweit wissen Investoren nicht wohin mit ihrem Vermögen. Angesichts von Mini- oder sogar Minus-Zinsen steigt die Attraktivität von Ackerland als Geldanlage. Wer den Menschen in Afrika aber die Nutzung angestammter Landflächen entzieht, verschärft ihre Armut. Es werden sich mehr Hunger- und Wirtschaftsflüchtlinge auf den Weg nach Europa machen und nicht weniger“, sagte Schäfers. „Die Experten müssen dies bei ihren Planungen zwingend beachten. Investitionen nur um der Investitionen Willen bringen Afrika nicht voran, sondern machen nur internationale Konzerne und deren Eigentümer reicher.“

Griechenland: Prekäre Arbeit greift um sich

(19.10.2016/Athen) In den ersten neun Monaten des Jahres 2016 haben griechische Unternehmen rund 1,6 Millionen neue Arbeitsstellen geschaffen. Der Haken daran: Lediglich 47 Prozent davon sind Vollzeitstellen. In Vollzeit arbeiten trotzdem sehr viel mehr.

Wie die konservative Athener Zeitung «Kathimerini» unter Berufung auf die unabhängige griechische Beschäftigungsagentur «Ergani» berichtet, werden viele neue Beschäftigte als Teilzeitbeschäftigte gemeldet. Tatsächlich erpressen die Unternehmen die Beschäftigten mit der Androhung des Jobverlustes dazu, den ganzen Tag zu arbeiten. Rund 500 000 griechische ArbeitnehmerInnen verdienen nach Angaben der griechischen Rentenkassen im Monat 360 Euro netto. Als Folge davon sind die Einnahmen der Rentenkasse dramtisch gesunken. Selbst bei Orientierung am griechischen Mindestlohn von monatlich 586 Euro liegt das Monatsnetto bei 492 Euro. Für vier Tage Beschäftigung erhält ein Arbeitnehmer 420 Euro netto monatlich.

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