News

Arbeitskreis „Solidarität mit brasilianischen Gewerkschaften“ im DGB veröffentlicht "Brasilien Aktuell 2017"

Brasilien Aktuell 2017

(28.04.17/Mannheim/ane) Der Arbeitskreis „Solidarität mit brasilianischen Gewerkschaften“ im DGB, Region Nordbaden, Mannheim hat die Broschüre "Brasilien Aktuell 2017" herausgegeben und zeigt Solidarität mit den brasilianischen Gewerkschaften zum Generalstreik am 28.04.2017.

In der aktuellen Ausgabe werden die katastrophalen Sozialreformen der Regierung Temer und ihre Auswirkungen im Arbeits-, Bildungs- und Gesundheitssektor sowie auf die indigene Bevölkerung hervorgehoben. Zudem gibt es Berichte zur Bekämpfung der Korruption in allen politischen Lagern, der Moral der brasilianischen Elite und der Situation in den Gefängnissen.

Gemeinsame Erklärung zur Lage der Gewerkschaften und Beschäftigten in der Türkei - Türkiye’de Sendikaların ve Çalışanların Durumu

DİSK-Generalsekretärin Arzu Çerkezoğlu und DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann.

Ihre Solidarität und die weitere Zusammenarbeit haben der türkische Gewerkschaftsbund DİSK und der DGB betont. "Diese Solidarität unserer Gewerkschaften ist in einer Zeit, in der rechtsnationale Bewegungen stärker werden, besonders wichtig. Sie muss bekräftigt werden", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Die gemeinsame Erklärung im Wortlaut auf Deutsch und Türkisch:

GEMEINSAME ERKLÄRUNG
DGB – DİSK
Lage der Gewerkschaften und Beschäftigten in der Türkei
Berlin, 16.3.2017

Die Beziehungen zwischen unseren Gewerkschaften hat lange Tradition. Selbst als die DİSK 1980 verboten wurde, hat der DGB den Kontakt nicht aufgegeben und die DİSK weiter unterstützt. Diese guten Beziehungen führen wir jetzt weiter. Für die arbeitenden Menschen ist diese Zusammenarbeit auch deshalb sehr wichtig, weil es in Deutschland sehr viele türkische Beschäftigte gibt. Deswegen ist es von historischer Bedeutung, dass wir uns heute mit dem Vorsitzenden des DGB, Reiner Hoffmann, und in den nächsten Tagen mit den Vorsitzenden von IG Metall und ver.di austauschen.

Diese Solidarität unserer Gewerkschaften ist in einer Zeit, in der rechtsnationale Bewegungen stärker werden, besonders wichtig. Sie muss bekräftigt werden. Ein wichtiger Beitrag dazu ist, die Rechte der türkischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland zu wahren, damit sie nicht unter den Folgen dieser neuen politischen Strömungen leiden.

Der einzige Schutz gegen Entwicklungen zu Lasten der Beschäftigten ist die weltweite Zusammenarbeit und Solidarität aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

-----------------------------------------------------
DGB ile DİSK Ortak Açıklaması
Türkiye’de Sendikaların ve Çalışanların Durumu
Berlin, 16.3.2017

Sendikalarımız arasındaki ilişkilerin uzun bir geleneği bulunmaktadır. 1980 yılında DİSK kapatıldığında DGB iletişimi kesmemiş, DİSK’i desteklemeye devam etmiştir. Bu iyi ilişkilerimizi sürdürüyoruz. Çalışanlar için bu ilişkinin bir önemi de Almanya’da da çok sayıda Türkiye kökenli çalışanın olmasıdır. Bu bağlamda DGB Başkanı Reiner Hoffmann ile ileriki günlerde IG Metall ve Ver.Di sendikalarıyla görüş alışverişinde bulunmanın tarihsel bir anlamı vardır.

Sendikalarımız arasındaki dayanışmanın aşırı sağ eğilimli hareketlerin arttığı bir döneme rastlaması da özellikle önem taşımaktadır. Bu dayanışma daha da geliştirilmelidir. Buna önemli bir katkı, Almanya’daki Türk çalışanların haklarının gelişen yeni politik akımlar karşısında korunmasının sağlanmasıdır.

Çalışanların haklarını kısıtlamalara karşı tek korunma mekanizması dünyada tüm çalışan ve emekçilerin ortak çalışmaları ve dayanışmalarıdır.

Text und Bild erstmalig veröffentlicht durch den DGB Bundesvorstand:Gemeinsame Erklärung zur Lage der Gewerkschaften und Beschäftigten in der Türkei - Türkiye’de Sendikaların ve Çalışanların Durumu

Gemeinsamer Appell an Regierung in Bangladesch: Internationale Menschenrechtsstandards im Textilsektor wahren

(22.02.2017/Berlin/DGB). In einem schriftlichen Appell an die Premierministerin von Bangladesch, Sheikh Hasina, und an die lokale Vereinigung der Textilunternehmen (BGMEA) setzen sich der Handelsverband Deutschland (HDE), der Gesamtverband textil+mode, die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) für die Wahrung internationaler Menschenrechtsstandards im Textilsektor ein.

Die Unterzeichner zeigen sich beunruhigt über Berichte, nach denen es im Rahmen von Arbeitskampfmaßnahmen seit Ende letzten Jahres mehrfach zu Verhaftungen und Entlassungen von Gewerkschaftsmitgliedern und anderen Beschäftigten gekommen ist. Die Wahrnehmung der kollektiven Arbeitnehmerrechte in Bangladesch als Teil der Menschenrechte müsse gewährleistet sein und dürfe nicht behindert werden.

Die im Raum stehenden Vorwürfe sollten zügig überprüft und unrechtmäßige Verhaftungen und Entlassungen von Gewerkschaftsfunktionären wieder rückgängig gemacht werden. In ihrem Schreiben fordern die Organisationen die Beteiligten auf, wirksame Schritte für eine effektive Stärkung der Sozialpartnerschaft in Bangladesch einzuleiten. Dazu gehöre auch eine Überprüfung des aktuellen Verfahrens der Lohnfindung im Bekleidungssektor von Bangladesch.

Die Unterzeichner erinnerten daran, dass die Verletzung von Menschenrechtsstandards erhebliche Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes haben könnte. So seien Handelserleichterungen der EU wie Zollpräferenzen unter dem sogenannten Everything but Arms Agreement (EBA) streng an die Bedingung geknüpft, dass die Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) nicht verletzt werden. Schon die Einleitung eines Überprüfungsverfahrens könnte bestehende Begünstigungen gefährden. Das könnte nachteilige Auswirkungen auf die Aktivitäten europäischer Textil- und Modeunternehmen in Bangladesch sowie für die Produzenten und ihre Beschäftigten zur Folge haben.

Die deutsche Textilwirtschaft, die Zivilgesellschaft und die Gewerkschaften setzen sich seit zwei Jahren verstärkt auch im Rahmen des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit ins Leben gerufenen Bündnisses für nachhaltige Textilien für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Bangladeschs ein.

Erstmalig veröffentlicht durch den DGB Bundesvorstand: http://kurzelinks.de/gq7h

Act Now: Fyffes tritt ArbeitnehmerInnenrechte mit Füßen

(25.01.2017). Beschäftigte der Obstimporteure Anexco (Ananas aus Costa Rica) und Suragroh (Wintermelonen aus Honduras) werfen ihren Arbeitgebern schwere und systematische Verletzung von ArbeitnehmerInnenrechten vor. Der Mutterkonzern Fyffes mit Stammsitz in Irland will von nichts wissen.

"Nachhaltigkeit und Verantwortung" - zumindest auf seiner Website schreibt der führende Bananenimporteur Europas diese Aspekte groß. Anders in den Erzeugerländern. Beschäftigte der Fyffes-Tochtergesellschaften Anexco in Costa Rica (Ananas) und Suragroh in Honduras (Melonen) berichten von schweren und systematischen Verletzungen grundlegender Arbeitnehmerrechte. Sie werfen ihren Unternehmensleitungen Missachtung der Vereinigungsfreiheit mit Bedrohung, Schikanierung und Entlassung von Gewerkschaftsmitgliedern, Blockierung von Kollektivverhandlungsprozessen, Nichtzahlung von Mindestlöhnen und Sozialversicherungsbeiträgen, Exposition von Arbeitern und Arbeiterinnen gegenüber gefährlichen Agrochemikalien und Entlassung von schwangeren Arbeiterinnen vor. Besonders in Honduras werden die Rechte der überwiegend weiblichen Saisonarbeitskräfte nicht beachtet.

Nach monatelangen vergeblichen Versuchen, die Konzernmutter Fyffes auf die Probleme anzusprechen, schloss sich die IUL am 23. Januar einer internationalen Solidaritätsmission nach Honduras an, um entlassene ArbeiterInnen zu treffen. Gleichzeitig hat sie zusammen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen Fyffes aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Arbeitnehmerrechte in den Lieferketten des Unternehmens durchweg anerkannt und eingehalten werden.

In Honduras, wo bereits in der Vergangenheit gegen Fyffes Geldbussen wegen Missachtung von Zahlungsvorschriften verhängt worden sind, behauptet der Konzern, dem Gesetz Genüge zu tun. Die gemeinsame Mission von IUL und NGOs will Beweise dafür zusammentragen, dass Fyffes das repressive Umfeld des Landes nutzt, um ebenso repressive mit seinen ArbeitnehmerInnen umzugehen. Ausserdem hat Fyffes sich Schlupflöcher im honduranischen Recht zunutze gemacht, um die Gewerkschaft deregistrieren zu lassen. Fyffes Anfechtung des Gewerkschaftsstatus ist ein Verstoss gegen das Grundrecht der Arbeitnehmer, Gewerkschaften zu gründen oder ihre Gewerkschaftsführer selbst zu wählen.

Die Kampagnenplattform "Act Now" bittet um Unterstützung: Sendet eine dringende Botschaft an den CEO von Fyffes, David McCann.

Arbeitshilfe für bewussten Sprachgebrauch

(20.1.2017). IDA und die Neuen deutschen Medienmacher haben ihr Glossar mit Formulierungshilfen für einen diskriminierungssensiblen Sprachgebrauch in der Migrationsgesellschaft erweitert und neu aufgelegt.

Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA e.V.) hat das Glossar für einen bewussten Sprachgebrauch gemeinsam mit den Neuen deutschen Medienmachern für den Einsatz in der Bildungsarbeit weiterentwickelt und in überarbeiteter Form für die Jugendarbeit, die Erwachsenenbildung sowie die Arbeit mit Migrantenorganisationen und mit Geflüchteten neu herausgegeben.
In der aktuellen gesellschaftlichen Debatte über Flucht und Asyl geht auch sprachlich einiges durcheinander. Asylsuchende werden als Asylbewerberinnen und Asylbewerber bezeichnet, obwohl man sich um ein Grundrecht eigentlich nicht bewerben muss.
Auch in der Diskussion über das Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland werden die Begriffe oft unscharf verwendet: Es ist von Migrantinnen und Migranten die Rede, obwohl die meisten der Menschen hier geboren sind. Selbst der sprachlich neutrale Begriff „Menschen mit Migrationshintergrund“ wird zunehmend als stigmatisierend empfunden, da mit ihm häufig das Bild einer Problemgruppe assoziiert wird.

Das ursprünglich von den Neuen deutschen Medienmachern entwickelte Glossar für die Berichterstattung im Einwanderungsland wurde nun um ein Kapitel zu Sinti, Sintize, Romnja und Roma erweitert. Das Kapitel zu Flucht und Asyl wurde aktualisiert und erweitert. Zudem sind die Texte nun in geschlechtergerechter Sprache verfasst. Auf eine inhaltliche Einführung zur Relevanz von diskriminierungssensiblem Sprachgebrauch und einer Hinführung unter der Überschrift „Wer sind ‘wir‘, wer sind ‘die Anderen‘?“ folgen Kapitel zu den Themen Migration, Kriminalität, Musliminnen und Muslime, Jüdinnen und Juden, Sinti, Sintize, Romnja und Roma sowie Flucht und Asyl, in denen jeweils im Stil kurzer Lexikonbeiträge die Begriffe sowie die Chancen oder Fallstricke ihrer Verwendung erläutert werden. Dabei werden empfohlene Begriffe besonders hervorgehoben.

Die Publikation kann gegen eine Versandkostenpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten bestellt werden.

Arbeitslosigkeit in Brasilien auf Rekordhoch

(19.1.2017/Brasília/amerika21). Die Wirtschaftskrise in Brasilien treibt die Arbeitslosenquote auf ein neues Rekordhoch. Ende November vergangenen Jahres lag sie bei 11,9 Prozent, rund 12,1 Millionen Menschen waren danach von Arbeitslosigkeit betroffen, wie das brasilianische statistische Bundesamt (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística) einem Bericht von amerika21 zufolge bekannt gab. Damit sind noch einmal 100.000 Menschen mehr arbeitslos als im Quartal zuvor.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Arbeitslosenzahl um drei Millionen Menschen. Präsident Michel Temer von der rechtskonservativen PMDB (Partido do Movimento Democrático Brasileiro) macht die Vorgängerregierung unter Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei PT für die wirtschaftliche Situation verantwortlich. Eine Verbesserung der Lage versprach für das zweite Quartal 2017. Die sollte es allerdings auch bereits Ende 2016 geben, hatte Ronaldo Nogueira (PTB), Minister für Arbeit in der Interimsregierung Temers im Mai 2016 versprochen. Gewerkschaften und linke Parteien machen dagegen die massiven Sparmaßnahmen der aktuellen Regierung für die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich. Schlechte Auftragslage und sinkende öffentliche Investitionen seien maßgeblich für die hohe Arbeitslosenquote.

Die Zeitung Carta Campinas sieht einen weiteren Grund in den Korruptionsermittlungen um den halbstaatlichen Erdölkonzern Petrobras. Viele führende Unternehmen des Landes aus der Baubranche und dem Erdölsektor seien teilweise oder vollständig von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen, da frühere leitende Angehörige der Unternehmen der Korruption überführt wurden oder gegen sie Verfahren laufen. Nach Umfragen des gewerkschaftsnahen Instituts CUT/Vox Populi befürchten 70 Prozent der BrasilianerInnen, dass die Arbeitslosigkeit unter der Regierung Temer weiter zunimmt.Die Unzufriedenheit mit der rechtskonservativen Regierung habe Mitte Dezember bei 80 Prozent gelegen, der schlechteste Wert, den eine brasilianische Regierung jemals hatte. Die Einschläge im Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen kommen immer näher an Temer heran, zuletzt musste im Dezember der Sonderstaatssekretär des Präsidialamtes, José Yunes, wegen Verwicklung in die Korruptionsaffäre seinen Hut nehmen.

Nord-Süd-Netz Visual