News

Situation der Arbeitsmigranten in den Golfstaaten

(7.12.16) Amnesty International lädt zur Veranstaltung "Arbeitsmigranten in den Golfstaaten: Menschen zweiter Klasse?" am 13.12.16 um 19.30 h in Frankfurt a.M. Beteiligt ist auch Peter Seideneck, Abteilung Internationale und europäische Gewerkschaftspolitik, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB).

Prozesse gegen Verantwortliche der argentinischen Diktatur fortsetzen!

 (28.11.16) Die Lateinamerika Gruppe Düsseldorf „Alerta“  unterstützt in ihrem aktuellen Aufruf  Lea Machado, die in Argentinien in einem Prozess gegen Verantwortliche und Mitarbeiter der argentinischen Konzentrationslager „Club Atletico“, “El Banco” und “El Olimpo” in Buenos Aires aussagen wird .

Lea wurde wie Zehntausende Menschen während der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien (1976-83) vom argentinischen Staat gewaltsam verschleppt, in geheimen Lagern eingesperrt und gefoltert. Lea überlebte, viele andere wurden ermordet. 
Wie viele andere Opfer der Diktatur kämpft sie heute für eine Bestrafung der TäterInnen, für Gerechtigkeit und die Erinnerung. Aktuell aber setzt die aktuelle reaktionäre, neoliberale Regierung unter Mauricio Macri alles daran, die Aufarbeitung der Diktatur und die Bestrafung der TäterInnen aufzuhalten: Sie streicht Gelder für Erinnerungszentren, versucht, Gerichtsprozesse zu sabotieren, 
Dadurch ist heute die Aufarbeitung des staatlichen Terrors der Diktaturzeit wie in der unrühmlichen Vergangenheit erneut in Gefahr; die Aufarbeitung wird aufgehalten und die Bestrafung der TäterInnen verschleppt. Außerdem verharmlosen Regierungsmitglieder den massiven Staatsterror und Massenmord.
 

 

Brasilien: Lula contra Ermittlungsrichter

(22.11.16/amerika21). Der ehemalige brasilianische Präsident Lula da Silva hat Strafanzeige gegen den Bundesrichter Sérgio Moro gestellt. Lula wirft dem gegen ihn ermittelnden Untersuchungsricher im Korruptionsverfahren um den Erdölkonzern Petrobras Amtsmissbrauch und die Verletzung von Persönlichkeitsrechten vor.

Lula beschuldigt den Richter, ihn ohne rechtliche Grundlage zu einem Verhör abgeführt und seine privaten und häuslichen Arbeitsräume durchsucht zu haben. Die vorübergehende Festnahme und Hausdurchsuchung durch mehr als 200 Polizisten sei „unverhältnismäßig und missbräuchlich“ gewesen. Der Vorwurf, Lula habe sich einer richterlichen Vorladung widersetzt, sei falsch. Die Festnahme sei auf bloßen Verdacht und ohne Beweise erfolgt.
Außerdem wirft der ehemalige brasilianische Präsident den Ermittlungsbehörden vor, illegal Telefongespräche zwischen ihm und seiner Familie abgehört zu haben. Dieser Vorwurf wurde bereits im März durch das Bundesgericht bestätigt. Lula hatte gegen die Maßnahmen erfolgreich beim UN-Menschenrechtsrat geklagt. Im Oktober hatte der Menschenrechtsrat erklärt, die Persönlichkeitsrechte Lulas seien durch den Untersuchungsrichter Moro verletzt worden. Sollte Lula mit seiner Anzeige durchkommen, drohen dem Untersuchungsrichter die Amtsenthebung sowie bis zu sechs Monate Gefängnis.

China: Fast 70 Tote bei Baustellenunfall

(25.11.16). Beim Zusammenbruch einer Plattform auf einer Kraftwerksbaustelle im Osten Chinas sind nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua mindestens 67 Arbeiter ums Leben gekommen.

Wie chinesische Staatsmedien berichteten, sei an einem Kühlturm des Kohlekraftwerkes Fengcheng in der Provinz Jiangxi eine Plattform kollabiert. Zum Zeitpunkt des Unfalls hätten sich etwa 70 Menschen auf der Baustelle befunden, mindestens 67 seien zu Tode gekommen. Zwei weitere Menschen wurden verletzt, ein Arbeiter werde noch vermisst. Über die Ursachen für das Unglück liegen bislang keine Informationen vor.

In China kommt es immer wieder zu Unfällen in Industrieanlagen, weil Sicherheitsvorschriften zu locker sind oder nicht eingehalten werden. Zuletzt waren bei einer Explosion in einem Kraftwerk in der Provinz Hubei 21 Menschen getötet worden. Die größte Industrie-Katastrophe seit Jahren erlebte China vor genau einem Jahr. Dabei explodierte in der Millionenmetropole Tianjin ein Lagerhaus mit gefährlichen Chemikalien. Mehr als 170 Menschen kamen dabei ums Leben.

LOOP – Wie Wertschöpfungsketten zu Wertschätzungsketten werden

(12.11.2016). Wenn entwicklungspolitische Organisationen weltweit die Einhaltung von grundlegenden Arbeitsstandards einfordern, dann fordern Sie sich dabei immer auch den Schutz gewerkschaftlicher Rechte. Obwohl die Interessen ähnlich sind, ist die inhaltliche und organisatorische Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Entwicklungspolitik in Deutschland ausbaufähig. Das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. möchte im Arbeitsschwerpunkt "Globale Verantwortung von Gewerkschaften" über öffentliche Veranstaltungen und Diskussionsforen auf Potentiale, aber auch Hindernisse und Schwierigkeiten aufmerksam machen, wenn Gewerkschaften und entwicklungspolitische Organisationen gemeinsame Interessen verfolgen.

Ausstellung und Diskussion zum Thema Gewerkschaften und Nachhaltigkeit

Nachhaltiges Leben und Arbeiten sind große Herausforderungen unserer Zeit. Dabei können Gewerkschaften eine Schlüsselrolle in der Entwicklung nachhaltiger Produktions- und Konsummuster einnehmen. Sie organisieren eine große Zahl der Beschäftigten und beteiligen sich an einer Vielzahl von Initiativen und Politikprozessen. Der Schwerpunkt gewerkschaftlicher Arbeit liegt traditionell in der betrieblichen Gestaltung von Arbeit und dem Aushandeln von Tarifverträgen. Aspekte des Umweltschutzes und einer nachhaltigen globalen Entwicklung waren dabei oftmals nur am Rande berührt.

Doch was haben deutsche Gewerkschaften und ihre Mitglieder davon, wenn sie sich im Rahmen der internationalen Solidarität für gute Arbeitsbedingungen auch in Ländern des Südens einsetzen und globale Verantwortung übernehmen? Können sich niedrige Produktionsstandards andernorts bis ins Saarland auswirken, weil zum Schluss das billigste Angebot den Zuschlag bekommt? Wäre es nicht im Interesse aller, gute Arbeitsbedingungen weltweit durchzusetzen? Wie will man den preislichen Unterbietungswettbewerb auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verhindern?
Gute Arbeit zu gestalten, heißt auch weltweit Strategien zu entwickeln, um überall Arbeitsplätze unter fairen Bedingungen im Einklang mit der Umwelt und wirtschaftlich sinnvoll zu etablieren.

Die Info-Ausstellung am 7.12.2016 präsentiert vier Initiativen, die neue und alternative Wege der Wertschöpfung beschreiten. Weg von der Wegwerfkultur hin zu längerer Lebensdauer und fairen Arbeitsbedingungen.

Das Programm der Eröffnungsveranstaltung:
17:30 Uhr Begrüßung und Einführung
Hans Peter Kurtz, MdL
Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer des Saarlandes und Erster Bevollmächtigter der IG Metall Saarbrücken

Harald Kreutzer
Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V.

17:45 Uhr Globale Wertschöpfungsketten in der Metall- und Elektroindustrie nachhaltig organisieren
Christian Weis
IG Metall Vorstand, Funktionsbereich transnationale Gewerkschaftspolitik

18:15 Uhr Gesprächsrunde mit Hans Peter Kurtz, Harald Kreutzer und Christian Weis

Moderation: Christian Ott
, Referent für Umwelt und Innovation der Arbeitskammer des Saarlandes

Die Ausstellung kann Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 15 Uhr im „Haus der Beratung“ der Arbeitskammer bis Freitag, den 17. Februar 2017, besucht werden. Inhaltliche Führungen für Schulklassen und Erwachsene IG Metall und Netzwerk Entwicklungspolitik bieten Führungen durch die Ausstellung LOOP an. Informationen und Möglichkeiten zur Buchung des Angebots finden Sie unter www.nes-web.de/gewerkschaften

Act Now: Pepsi behindert Gewerkschaften

(10.11.2016). Das PepsiCo-Management von Frito-Lay in Lahore (Pakistan) hat als Reaktion auf die Bildung und offizielle Registrierung einer Gewerkschaft mit 650 Mitgliedern Gewerkschaftsfunktionäre schikaniert und versetzt. Mit der Gründung einer Scheingewerkschaft versuchen sie, die Kollektivverhandlungsrechte der Gewerkschaft zu umgehen.

Seit die Gewerkschaft der PepsiCo-Beschäftigten registriert wurde und ihr offiziell Kollektivverhandlungsrechte gewährt wurden, sind Gewerkschaftsfunktionäre Opfer gezielter Disziplinarverfahren aufgrund falscher Anschuldigungen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft wurde in einen anderen Betrieb versetzt, um Kontakte mit den Mitgliedern zu verhindern. Der Konzern hat eine Pseudogewerkschaft registrieren lassen, die vorgibt, ArbeiterInnen an zwei verschiedenen Standorten zu vertreten, um die Forderung der Beschäftigten in Lahore nach einer ausgehandelten Kollektivvereinbarung zu unterlaufen. Die Gewerkschaftsmitglieder dürfen keine Überstunden leisten und werden zum Austritt aus der Gewerkschaft gedrängt.

Die Beschäftigten bildeten ursprünglich als Reaktion auf den massiven Missbrauch von prekärer Beschäftigung eine Gewerkschaft. Das führte dazu, dass Beschäftigte, die seit Jahren in dem Betrieb arbeiten, nicht fest angestellt werden.

Eine grosse Zahl von Beschäftigten, darunter weibliche Arbeitskräfte, veranstaltete vor dem Fabriktor Protestaktionen und forderte den Konzern auf, seine Attacken auf die Belegschaftsrechte einzustellen.

VERWENDET DAS NACHFOLGENDE FORMULAR, UM JETZT EINE BOTSCHAFT AN PEPSICO ZU SCHICKEN mit der Aufforderung an den Konzern, die Gewerkschaftsrechte in dem Betrieb in Lahore zu achten und seine anhaltende Mitschuld an den Verletzungen der Rechte von ArbeiterInnen zu beenden.

Nord-Süd-Netz Visual