Gerechtes Entgelt - gerechte Verteilung

Gerechtes Entgelt - gerechte Verteilung 

Von Arbeit muss man leben können. Diese Forderung durchzusetzen, daran arbeiten Gewerkschaften nicht nur hierzulande, sondern weltweit. Fast anderthalb Milliarden Menschen gelten als working poor: Sie müssen - trotz Erwerbsarbeit - mit einem Einkommen von weniger als zwei Dollar am Tag auskommen. Arm trotz Arbeit - das gilt längst nicht mehr nur für viele Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Auch in westlichen Industrienationen können immer mehr Erwerbstätige von ihrem Einkommen nicht mehr in Würde leben - und erst recht kein Geld für Weiterbildung, Qualifizierung oder die Altersvorsorge aufbringen.

Gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen

Dass ArbeitgeberInnen für die Arbeit ihrer Beschäftigten ein faires Entgelt zahlen, ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit - sondern auch der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung. Die Einkommensstruktur in einer Gesellschaft muss so beschaffen sein, dass Erwerbstätige den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien bestreiten können. So legte es die Mehrheit der damaligen Mitgliedsländer in der Europäischen Sozialcharta von 1961 fest. Und nur wenn das Einkommen auch den Zugang zu Gesundheitsleistungen, zu Bildung und zur gesellschaftlichen Teilhabe ermöglicht, können die working poor aus dem "Teufelskreis" Armut ausbrechen.

Nicht zuletzt steht die Forderung nach gerechten Entgelten immer auch im Zusammenhang mit der Forderung nach gerechter Verteilung: Während etwa die Unternehmensgewinne in den westlichen Ländern stetig steigen, ist der Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkommen in den letzten zwanzig Jahren kontinuierlich gesunken. Eine erfolgreiche Wirtschaft misst sich aber daran, wie es den Menschen geht.
 

Mindestentgelte verankern

Auch in Europa dreht sich die Schraube Niedriglohn nach unten. In 20 von 27 europäischen Staaten gibt es deshalb flächendeckende Mindestlöhne. Mindestlöhne garantieren nicht nur existenzsichernde Einkommen, sie verhindern auch Lohndumping innerhalb des Europäischen Binnenmarktes. Deshalb ist Mindestlohn auch ein wichtiges Thema der europäischen Gewerkschaften. Aufgerufen vom Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) haben in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana Anfang April 2008 rund 35.000 Menschen für gerechte Einkommen demonstriert. Nach einer Umfrage von Infratest Dimap, die der DGB in Auftrag gegeben hatte, sprechen sich in Deutschland 80 Prozent der BundesbürgerInnen für einen Mindestlohn aus.
 

Gerechte Verteilung weltweit

Während die europäischen Gewerkschaften ihrer Forderung nach gerechtem Entgelt gemeinsam Ausdruck verleihen, kämpfen auch weltweit GewerkschafterInnen und soziale Bewegungen gegen Ausbeutung und Lohndumping. Konzerne drohen im globalen Wettbewerb immer wieder mit Standortverlagerungen. Globale Betriebsräte haben die schwierige Aufgabe, die Interessen der Beschäftigten an ihren Standorten zu wahren und gleichzeitig die ArbeitnehmerInnen eines Weltkonzerns nicht gegeneinander auszuspielen. Diesen Weg gilt es weiter zu beschreiten.

Broschüre: Kernarbeitsnormen der ILO – Gute Arbeit weltweit!

Broschüre (2014): Kernarbeitsnormen der ILO – Gute Arbeit weltweit!

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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Foto (re): © Marco Antonio Rezende/BrazilPhotos

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Broschüre: Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht

Broschüre (2015/2016): Ohne Not flieht niemand. Flucht – Asyl – Migration und Menschenrecht heute

Umfang: 60 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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Foto (re): Michael Gubi/flickr,
CC BY-NC 2.0

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Broschüre: Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel …

Broschüre (2016): Moderne Sklaverei. Nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar

Erscheinungsjahr: 2016
Umfang: 76 Seiten
© DGB Bildungswerk BUND,
Nord-Süd-Netz

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Foto (re): Cícero R. C. Omena/flickr,
CC BY 2.0 

 

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Newsletter Nord|Süd news, Ausgabe IV/2017

Newsletter Nord|Süd news, 
Ausgabe IV/2017

Living Wage: ACT in der Textilindustrie – Living Wage als großes gemeinsames Ziel; Der Kommentar: Wir brauchen einen globalen Weg!; Fairer Handel: „Eigentlich eine Aufgabe von Politik und Wirtschaft“; Malawi Tea 2020: Beim Tee vorbildlich; Großbritannien: Verwirrspiel mit Begriffen; Aus den Projekten: „Weniger in Konkurrenz denken“ u.a.

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Foto (re): Chhor Sokunthea / World Bank East Asia and Pacific / flickr,
CC BY-NC-ND 2.0

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