Südafrika: Deutsche Multinationale Unternehmen
Südafrikanische ArbeitnehmerInnen analysieren ihre Arbeitsplatzsituation
Projekt: Stärkung von Arbeitnehmerrechten in Südafrika
Januar 2010 - Dezember 2012
Unter welchen Bedingungen arbeiten Menschen in deutschen Betrieben in Südafrika? Welche Probleme bestehen? Wer könnte diese Arbeitsplatzanalyse besser durchführen als die MitarbeiterInnen dieser Betriebe! Deshalb hat das vom DGB Bildungswerk geförderte National Labour and Economic Development Institute (NALEDI), die führende Organisation des südafrikanischen Gewerkschaftsdachverbandes COSATU im Bereich Arbeits- und Wirtschaftsforschung, die Erarbeitung von Analyseinstrumenten durch die PAR-Methode (Participative Action Research) entwickelt.
Diese partizipative Methode bezieht die MitarbeiterInnen gezielt durch verschiedene Instrumente in die Analyse der Arbeitsplatzsituation mit ein. Beim „Body Mapping“ z.B. identifizieren sie konkret anhand einer Körperskizze ihre physischen und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz sowie die zugehörigen Ursachen. Hinzu kommen weitere Skizzen, die von den beteiligten ArbeitnehmerInnen erstellt werden und die Risiken im Arbeitsumfeld, innerhalb der Belegschaft und der Zulieferkette darstellen. Rob Rees, Mitarbeiter in der südafrikanischen Forschungseinrichtung National Labour & Economic Development Institute (NALEDI), ist nach mehreren durchgeführten Analyseprozessen in verschiedenen Unternehmen von den Vorteilen überzeugt: „Diese Methode liefert nicht nur Forschungsergebnisse, sondern involviert die TeilnehmerInnen in die Analyse ihrer Arbeitsprozesse und konfrontiert sie mit lösungsorientierten Maßnahmen“.
Neben diesen Unternehmensanalysen werden von NALEDI im Rahmen des Projektes mit dem DGB Bildungswerk auch Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen (Seminare, Workshops, Schulungen, Konferenzen) durchgeführt, branchenbezogene Schulungsmaterialien erarbeitet und Netzwerke aufgebaut, die den internationalen Austausch fördern. Wie wichtig dieser Austausch über Arbeitsbedingungen und Arbeitsbeziehungen in deutschen Firmen z.B. mit KollegInnen aus Brasilien und Vietnam ist, zeigte sich auf einer Konferenz in Johannesburg. Die südamerikanischen GewerkschaftsvertreterInnen berichteten von ihren Erfahrungen beim Auf- und Ausbau von Arbeitnehmernetzwerken mit verschiedenen Standorten deutscher Unternehmen. Diese wertvollen Erkenntnisse können die südafrikanischen Vertreter nun einsetzen, um ihre Bedürfnisse gegenüber den Managern besser artikulieren und durchsetzen zu können.
Durch dieses Projekt will das DGB Bildungswerk einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen leisten, Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte stärken, soziale Mindeststandards durchsetzen und den sozialen Dialog zwischen Unternehmen, Gewerkschaften und Politik fördern. Die Zielgruppen sind Gewerkschaftsfunktionäre der Metall- Gewerkschaft NUMSA und der Chemiegewerkschaft CEPPWAWU sowie betriebliche Interessenvertreter, Gewerkschaftsmitglieder und Beschäftigte von ausgewählten Tochtergesellschaften deutscher multinationaler Unternehmen in Südafrika und deren Zulieferer.
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