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Aus Projekten und Kampagnen. Austausch durch Netzwerke
Im Fokus der diesjährigen Tagung zur gewerkschaftlichen Brasilienarbeit im Oktober stand die Analyse gewerkschaftlicher Netzwerke auf Unter-nehmensebene vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise.
Die Vertreter des deutschen Daimler-Netzwerkes betonten die Bedeutung des regelmäßigen Informationsaustauschs z. B. über die Arbeitsplatzsituation in Brasilien und schätzten die wechselseitige Unterstützung im Rahmen von Lohnkämpfen hoch ein. Antenor Eiji Nakamura, brasilianischer Vertreter des Bayer-Netzwerkes, nannte das Aufstellen von Forderungskatalogen und die Stärkung der internationalen Solidarität als zentrale Vorteile der Netzwerkarbeit. Ausreichende Sprachkompetenz, gemeinsame Konsenspunkte und Themen, aber auch anerkannte Koordinatoren sind nach den Erfahrungen der Praktiker für eine konstante Netzwerkarbeit von entscheidender Bedeutung. Für die Kontinuität müssen Vorkehrungen auf beiden Seiten getroffen werden: „Es ist wichtig, dass in jedem Fall mindestens zwei Vertreter im Unternehmen verantwortlich in die Netzwerkarbeit eingebunden sind, damit Ergebnisse und Kontakte im Falle des Weggangs eines Vertreters aus dem Unternehmen oder im Falle eines Zuständigkeitswechsels im Betrieb erhalten bleiben“, erklärte Fábio Augusto Lins, Vertreter des BASF-Netzwerkes in Brasilien. Gezielte Projekte, beispielsweise zur Arbeitssicherheit oder zum Gesundheitsschutz, können ein Netzwerk stärken.
In diesem Zusammenhang wurde von Júlio César Martins, Vertreter des ThyssenKrupp-Netzwerkes, auch auf die Kooperation der innerbrasilianischen Unternehmensnetzwerke hingewiesen, die eine wichtige Grundlage für die länderübergreifende Netzwerkarbeit darstellen. Für die weitere Entwicklung der Netzwerkstrukturen wollen die brasilianischen und deutschen Vertreter neue Formen des Informationsaustauschs schaffen.
Susanne Hermen
Die Autorin ist Öffentlichkeitsreferentin beim Nord-Süd-Netz.
