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Vorgestellt: Bal Gopal Thapa - Selbst verprügelt
Früher war Bal Gopal Thapa Lehrer. Jetzt ist er Gewerkschafter beim Dachverband nepalesischer Gewerkschaften GEFONT. Und arbeitet immer noch mit Kindern. "Das muss aufhören", sagt er, "Kinderarbeit darf nicht sein."
Aber Nepal ist eines der ärmsten Länder der Erde; das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 240 US-Dollar, und die Mindestlöhne reichen nicht, um eine Familie zu ernähren. Also müssen auch die Kleinen mit ran.
Bal Gopal Thapa arbeitet im Bereich Druckindustrie. "Das sind die Männer an den großen Heidelberg-Maschinen", sagt er, "aber auch die Jungen und Mädchen, die auf den Straßen die Zeitungen verkaufen." Manche sind erst fünf Jahre alt. Die Gewerkschaft versucht, diese Straßenhändler zu organisieren. Aktivisten sprechen sie an, laden sie ins Gewerkschaftshaus ein, erzählen ihnen, wie wichtig Bildung ist. Und nehmen sie dann mit zu den Initiativen, die sich um sie kümmern.
Wäre es nicht einfacher, die Händler zu kontrollieren, jene, die den Kindern für jede verkaufte Zeitung eine Rupie geben - und selber zwei kassieren? "Nein", sagt der 27-jährige Gewerkschafter, "die Kinder brauchen etwas zu essen." Leider könnten auch die Nichtregierungsorganisationen nicht alle auffangen. Die Regierung wäre gefordert. "Aber die tut viel zu wenig."
Bal Gopal Thapa ist ein sanfter, lustiger Mann. Er mag seinen Job und will einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern. "Aber manchmal fühle ich mich machtlos", sagt er. Vor allem, wenn es darum geht, Arbeitern zu ihrem Recht zu verhelfen. Zwar gibt es Arbeitsgesetze in Nepal. "Aber die Gerichte verschleppen die Prozesse. Bis zum Urteil vergehen manchmal fünf, sechs Jahre."
Nicht gut zu sprechen ist Thapa auf die Maoisten in Nepal. Zwar beteiligen sie sich seit April 2007 an der Regierung und nun auch an der verfassunggebenden Versammlung. Aber noch immer provozieren sie Gewalt, wie früher. Er zeigt seine Schulter, seine Arme, sein Gesicht spiegelt Schmerz. Vor gut einem Jahr, erzählt er, hielt ein GEFONT Gewerkschafter eine Rede. "Aufhören, aufhören", riefen die Maoisten. Sie griffen an. Thapa ging dazwischen. Und wurde seinerseits verprügelt.
Cornelia Gerlach
