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Aus der Arbeitswelt: Ramatex macht dicht
Die malaysische Textilfabrik Ramatex hat ihre Tore in Namibia im März nach sechs Jahren Betrieb geschlossen. Sie lässt mehrere tausend Frauen ohne Einkommen und verschmutzte Wasserreserven zurück. Namibia hatte für diese Investition 2001 den Zuschlag vor Südafrika und Madagaskar bekommen, weil es dem Unternehmen großzügige Bedingungen gewährte. Dazu gehörten Steuerbefreiungen und Ausnahmen vom Arbeitsrecht.
Während seiner gesamten Tätigkeit in Namibia machte Ramatex Schlagzeilen wegen niedriger Löhne, mangelnder Sicherheit und Sozialleistungen sowie schlechter Behandlung von Arbeiterinnen. Erst nach Arbeitsniederlegungen wurde 2003 die Gewerkschaft anerkannt. Während Namibias Regierung mit dieser Investition die Arbeitslosigkeit zu senken hoffte, brachte Ramatex viele Arbeiter aus China, den Philippinen und Bangladesh mit.
"Unterm Strich war Ramatex in Namibia ein Desaster für das Land", urteilt Herbert Jauch vom Labour Resource and Research Institute in der Zeitung "The Namibian". Seine Konsequenz: "Die Arbeitsgesetze und Regelungen des Landes, die Rechte der Arbeiterschaft müssen uneingeschränkt gelten, ebenso die Standards zu Umwelt, Gesundheit und Sicherheit." Der Fall zeige, dass das Anwerben von Investitionen um jeden Preis höchst problematisch sei.
