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Kommentiert: Ein gutes Beispiel globaler Solidarität
Der Vorgang um das ThyssenKrupp Stahlwerk in Brasilien zeigt: Durch die solidarische Zusammenarbeit in internationalen gewerkschaftlichen Unternehmensnetzwerken kann es gelingen, wichtige Unternehmensentscheidungen und deren Auswirkungen im Konzern gemeinsam mit lokalen Gewerkschaften und Betriebsräten im Sinne der Beschäftigten zu beeinflussen.
Das Beispiel belegt damit auch die Notwendigkeit des Aufbaus gewerkschaftlicher Netzwerke in anderen Konzernen. Die Gewerkschaften und Betriebsräte stehen hier vor einer großen und wichtigen Aufgabe. Es geht um nicht mehr und um nicht weniger als darum, Formen globaler Solidarität, Gegenmacht und Gestaltungsfähigkeit zu entwickeln und zu praktizieren. Denn nur durch gemeinsame Aktivität, Organisation und Mobilisierung von Belegschaften, die weltweit für den gleichen Arbeitgeber arbeiten, gelingt es, in einem Konzern für alle Beschäftigten menschenwürdige Arbeitsbedingungen und ein dem Entwicklungsstand der Gesellschaft entsprechendes Entgelt durchsetzen. Sicher: Oft führt schon der Versuch, eine gemeinsame Positionsbestimmung auf internationaler Ebene herbeizuführen, zu Schwierigkeiten.
Zu unterschiedlich erscheinen auf den ersten Blick die Interessen der Beschäftigten an den einzelnen Unternehmensstandorten. Aber wie das genannte Beispiel zeigt, lohnt sich der Versuch. Denn im Ergebnis kann eine gewerkschaftliche Position stehen, die gemeinsame, allgemeine Interessen der Beschäftigten in allen Teilen der Erde nach vorne stellt und die Konkurrenz der verschiedenen Standorte überwinden hilft.
Detlef Wetzel
Der Autor ist der neu gewählte zweite Vorsitzende der IG Metall.
