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Vorgestellt: Andreas Köppe: „Wir sind Teil der Alternativen“
Andreas Köppe spricht schnell. Er will seine Geschichte in der Pause loswerden, bevor er sich aufs nächste Podium beim alternativen G8-Gipfel in Rostock setzt. Sein Fahrtwind beim Reden entsteht auch aus Begeisterung für die Gewerkschaftsarbeit. Hauptberuflich Student der Sozialwissenschaften in Göttingen, vertritt der 28jährige die DGB-Jugend beim Europäischen Gewerkschaftsbund und engagiert sich bei der IG Metall als Jugendbildungsreferent.
Der Student kommt viel rum. Er leitet Seminare („aber nicht als Lehrer“), begleitet ein Projekt in Russland und redet in Brüssel über das deutsche Berufsausbildungssystem. Sein Lieblingsprojekt heißt „Europa Step by Step“; es führt junge Gewerkschafter nach Brüssel und London. In Rostock will Andreas Kontakte knüpfen und Präsenz zeigen: „Wir Gewerkschafter sind Teil der Alternativen, nicht des Problems“. Und das Studium? „Das findet zur Hälfte in der Bahn statt“.
Andreas Köppe kommt aus Eichsfeld in Thüringen. „Plattenbau“ sagt er, „schwarze Familie“: „Bei uns gab es nur ein Märchenbuch und ein katholisches Gesangbuch“. Zur Gewerkschaft kam er als Auszubildendenvertreter bei einer kanadischen Aluminiumfirma. Sein Jugendsekretär hat ihn damals für die Bildungsarbeit begeistert, für gemeinsames Lernen, für internationales Engagement. „Wir brauchen auch bei den Gewerkschaften Leute, für die es selbstverständlich ist, in anderen Sprachen zu sprechen und sich auf internationaler Bühne zu bewegen, die keine Angst davor haben“, sagt er mit blitzenden Augen. Andreas kann etwas Spanisch, Englisch und Russisch, hat einige Wochen in Nicaragua gelebt. Er hat ganz bestimmt keine Angst vor Fremden.
Und seine Freunde? Gegen deren Skepsis gegenüber Gewerkschaften habe er sich früher verteidigt, erinnert sich Andreas, jetzt höre er länger zu und habe auch schon Mitglieder geworben. Seine Freundin sei selbst Betriebsrätin, doch für die internationalen Aktivitäten habe sie nur „begrenztes Verständnis“. Kein Wunder: „Ich war im letzten Jahr gut 25 Wochen unterwegs“.
Sigrid Thomsen
