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Erste Model-Gewerkschaft gegründet

Viel Glamour, wenig Rechte, Verstöße gegen den Jugendschutz und sexuelle Übergriffe – das zeichnet den Arbeitsalltag vieler Models in der internationalen Modeszene aus. Die meist noch sehr jungen Frauen und Mädchen können sich nur schwer gegen die Macht der Agenturen, Designer und Fotografen durchsetzen. In New York hat Top-Model Sara Ziff nun die erste Model-Gewerkschaft der Welt gegründet, die Model Alliance.

Die Models in der internationalen Modeszene werden immer jünger: 13- und 14-Jährige auf den Laufstegen der Haute Couture oder auf den Cover-Seiten der Magazine sind keine Seltenheit. Während die internationalen Designer weiter auf den „Lolita-Chic“ setzen, beginnen die Models, sich zu organisieren, um ihre Rechte durchzusetzen. Die Mädchen sind in einer Branche tätig, in der sie sich häufig nur schwer gegen die Übermacht von Agenturen, Designern und Fotografen zur Wehr setzen können. Das führt zu oft zum Abschluss von Knebelverträgen. Unangemessene Behandlung gilt es, zu erkennen und zurückzuweisen – oft nicht einfach für die Mädchen und jungen Frauen. Neben Missachtungen des Kinder- und Jugendarbeitsschutzes kommt es auch immer wieder zu sexuellen Übergriffen auf die jungen Models.

Selbstverpflichtungen reichen nicht

Zwar gibt es freiwillige Selbstverpflichtungen in der Modebranche gegen den Einsatz zu junger Models, etwa die des amerikanischen Designerverbands CFDA oder die der Modenschauen in Paris, Mailand und London. Ein wirksames Mittel sind sie jedoch nicht, denn letztendlich entscheiden Modemacher, Agenturen und Veranstalter selbst, ob sie die Richtlinien beachten wollen. So werden immer wieder sehr junge und sehr dünne Models – Magersucht ist schon fast Berufskrankheit – über die Laufstege geschickt.

In New York hat Top-Model Sara Ziff nun die erste Model-Gewerkschaft der Welt gegründet, die Model Alliance. Die internationale Organisation tritt für bessere und gesündere Arbeitsbedingungen für Models ein. Sie wendet sich gegen von der Branche geförderte Essstörungen, sexuelle Übergriffe und krank machende Arbeitsumstände.

Aktionen im Herbst

Für die Herbstkollektionen 2012 hat die Model Alliance drei Aktionen gestartet. Dazu gehört die Kampagne für mehr Privatheit backstage. Sie soll erreichen, dass keine unautorisierten Fotos mehr von den Models beim Kleiderwechsel gemacht werden können, die später im Internet landen. In Kooperation mit der Actors‘ Equity Association und der American Guild of Musical Artists (beide Mitglied im US-amerikanischen Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO) wurde der Model Alliance Support gegründet. Sie hält Telefonnummern und eine E-Mail-Adresse bereit, unter denen Models sexuelle Belästigung melden können und qualifizierte Hilfe erhalten. Schließlich wurde eine „Liste der Rechte von Models“ entworfen, an der sich Models orientieren können, um einzuschätzen, ob die Anforderungen, die an sie gerichtet werden, angemessen sind.

Link:

www.modelalliance.org

Schlechte Arbeitsbedingungen bei Elektronik-Zulieferer

Regelmäßig erschüttern Berichte über die Arbeitsbedingungen bei Elektronik-Zulieferern in Asien die Öffentlichkeit. Der Name des taiwanischen Elektrokonzerns Foxconn, der Fabriken in China und Indien betreibt und unter anderem Apple, Microsoft und Sony beliefert, taucht dabei besonders häufig auf. Die Arbeitsbedingungen sind schlecht, und gewerkschaftliche Vertretung ist unerwünscht. 2010 wurden beispielsweise in einer indischen Foxconn-Fabrik zwölf Gewerkschaftsführer festgenommen und 24 ArbeiterInnen entlassen, die sich dafür einsetzten, eine gewerkschaftliche Vertretung in der Fabrik zu organisieren. In einer chinesischen Foxconn-Niederlassung in Shenzhen begingen im gleichen Jahr 14 ArbeiterInnen aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen Selbstmord.

Die International Metalworkers‘ Federation (IMF), deren Mitglied die IG Metall ist, setzt sich für die Rechte der ArbeitnehmerInnen bei Foxconn ein. IMF und Good Electronics, ein internationaler Zusammenschluss, in dem sich auch die IMF engagiert, riefen aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen dazu auf, Foxconn den Preis für die schlechteste Firma des Jahres 2011 zu verleihen (Public Eye Award).

Dennoch hat sich seitdem nicht viel geändert. Das zeigte sich Anfang 2012: Im Januar drohten 200 ArbeitnehmerInnen von Foxconn im chinesischen Wuhan mit Selbstmord. Zuvor waren sie in den Streik getreten, um eine angemessene Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Auch in China nehmen die ArbeiterInnen ihr Schicksal zunehmend in die eigenen Hände. Die Zahl der Streiks nimmt stetig zu, die ArbeiterInnen organisieren sich immer besser. Die Rufe nach unabhängigen und demokratischen Gewerkschaften werden lauter.

Link

http://www.imfmetal.org/index.cfm?c=23200

Fußball WM in Katar

Die Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) protestierte mit Unterstützung des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) gegen die Arbeitsbedingungen in Katar. Der Stadionbau für die Fußballweltmeisterschaft 2022 im Emirat Katar läuft – für die Beschäftigten allerdings unter miserablen Bedingungen. Rund 90 Prozent sind WanderarbeiterInnen ohne jegliche eigenen Rechte. Selbst der Beitritt zu einer Gewerkschaft ist ihnen untersagt. Dazu kommt die schlechte Bezahlung und fehlender Arbeitsschutz. Die Gewerkschafter sprachen beim Weltfußballverband FIFA vor, mit der Bitte, sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow  erklärte, die internationale Gewerkschaftsbewegung werde es nicht hinnehmen, dass Menschen für den Bau von Stadien eingesetzt würden ohne jegliche eigene Rechte.

www.ituc-csi.org

www.bwint.org

Entwicklungshilfe weltweit vernetzen

Zum vierten Mal trafen sich Staatschefs und Minister und Vertreter aus über 80 Ländern und Organisationen zum globalen Forum „High Level Forum on Aid Effectiveness“ (Hochrangiges Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit). Im südkoreanischen Busan nahmen erstmals auch Vertreter aus Brasilien, China und Indien teil. Die Forumsteilnehmer diskutierten schlüssige Konzepte zu Armutsbekämpfung. Die Umsetzung der Beschlüsse von Busan soll in regelmäßigen Zeitabständen überprüft werden.

Die deutsche Position sowie weiterführende Informationen:

http://bit.ly/vIxRFG

http://www.aideffectiveness.org/busanhlf4/

http://bit.ly/sFLHjR

Umweltschutz und Gute Arbeit

Klaus Wiesehügel, Vorsitzender der IG BAU und Präsident der Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI), will bessere Arbeitsbedingungen für die Forstbeschäftigten in Ghana. Die BHI unterstützt in Ghana und anderen afrikanischen Staaten die Wiederaufforstung von Wäldern, trainiert die Forstarbeiter und fördert den sozialen Dialog mit den Unternehmen, damit gute Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden können. Für Wiesehügel gehören „Umweltschutz und Gute Arbeit zusammen“, als „Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung“.

www.igbau.de

Ärger bei Sotheby‘s

Das renommierte Auktionshaus Sotheby‘s hat Ärger mit seinen Spezial-Transporteuren. Den 43, der auf den Transport von Kunstgegenständen spezialisierten Fahrer, wurde der Vertrag mit Sotheby’s gekündigt. Sie sollen jetzt für ein Verleihunternehmen arbeiten. In der New Yorker Sotheby`s Hauptniederlassung machte die US Gewerkschaft Teamsters mobil. Die Transportarbeitergewerkschaft verlangt die Wiedereinstellung der Fahrer. Die UNI Global Union unterstützt die Teamsters. Generalsekretär Philip Jennings sicherte ihnen seinen vollen Rückhalt zu. Er kritisierte die Missachtung von Arbeitnehmerrechten. Vor allem fordern die Gewerkschafter die Entlassung der Direktorin Diana Taylor. Sie hatte erklärt, wenn Sotheby’s Vorstandschef Bill Ruprecht Forderungen der Transporteure nachgebe, sei er seinen Vorstandsposten los.

www.uniglobalunion.org