Globalisierung im Fokus (2002)
Mit dem Wort Globalisierung verbinden sich bei den Menschen in allen Erdteilen Hoffnungen und Ängste. Wer Einfluss auf das globale Geschehen hat, spricht typischerweise positiv bis enthusiastisch über die Globalisierung. Wer sich machtlos und ausgeliefert fühlt, und das ist wohl die Mehrheit, bei dem überwiegen die Ängste. Globalisierung ist zunächst die weltweite wirtschaftliche Verflechtung.
Vor 1990 war das Wort "Globalisierung" kaum in Gebrauch. Es wurde von der Internationalisierung der Wirtschaft gesprochen, die schon früher einsetzte. Mit dem technischen Fortschritt beim Verkehr und der Kommunikation wurde die wirtschaftliche Verflechtung der Staaten, Regionen und der Erdteile immer intensiver. Später haben auch politische Zielsetzungen der regionalen Integration und der Friedenssicherung die wirtschaftliche Verflechtung gefördert. Insbesondere nach dem Schrecken des 2. Weltkrieges galt die politische Förderung der wirtschaftlichen Verflechtung als besonders vernünftige Strategie zur Verhinderung künftiger Kriege.
Für Deutschland und seine Nachbarn ist dies das prominenteste Motiv für die europäische Integration seit Beginn der 50er Jahre. Die wirtschaftliche Verflechtung und der Ausbau des Freihandels waren auch das wichtigste Ziel der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik nach dem 2. Weltkrieg.
Der DGB und das DGB-Bildungswerk möchten mit diesen Materialien Facetten der gewerkschaftlichen Debatte zur Globalisierung dokumentieren, zur weiteren Diskussion anregen und die politischen Gestaltungsvorstellungen an ihre Mitglieder und an die Öffentlichkeit bringen.
Kunststoff/Kautschuk - Im Räderwerk der Global Player (12/2001)
Die Oper in Manaus ist noch heute sichtbares Zeichen des Reichtums, den der Kautschukboom im letzten Jahrhundert in die Amazonasstadt gebracht hat.
Diese Zeiten sind lange vorbei, denn die Kunststoffe der chemischen Industrie haben den Kautschuk inzwischen weitgehend ersetzt. Trotzdem, ganz ohne den Saft der Hevea brasiliensis, wie der Kautschukbaum mit wissenschaftlichem Namen heißt, geht es nicht.
Das Naturprodukt besitzt einzigartige Eigenschaften und wird vor allem in der Reifenindustrie nach wie vor gebraucht. Um Kautschuksammler, Kunststoffproduzenten, Reifenhersteller und Gewerkschaften geht es in diesem Materialheft, dass gemeinsam vom DGB Bildungswerk und der IG Bergbau, Chemie, Energie produziert wurde.
Zum Inhalt
- Vom Naturkautschuk zum Kunststoff
- Kautschuk: (K)ein lukrativer Rohstoff
- Die großen Reifenhersteller: Hechte im Karpfenteich
- Kunststoffverarbeitung: Ein Gewerbe für viele Millionen Arbeitnehmer
- 'Zwischen zwei Mühlsteinen' oder 'Die Macht der Zulieferer und Abnehmer'
- Was tun?
Baumwolle - Mehr als eine Faser (2001)
Baumwolle wird seit über 5000 Jahren in Asien und Mittelamerika angebaut und weiterverarbeitet. Sie wächst besonders entlang des feuchtwarmen ‚Baumwollgürtels' zwischen dem 43° nördlichen und 36° südlichen Breitengrad. Baumwolle wird heute in etwa 80 Ländern angebaut.
Für 180 Millionen Menschen bedeutet sie Arbeit und Brot. Ein karges Brot allerdings, denn obwohl der Bedarf an Baumwolle gestiegen ist, geht die Entwicklung an den Feldarbeitern vorbei. Auf dem Weltmarkt konkurrieren Entwicklungsländer und Industrieländer um den attraktiven Baumwollmarkt. Für viele Länder des Südens ist die Baumwolle eines der wichtigsten Exportprodukte.
Zum Inhalt:
- Jeans-Philosophie
- Geschichte der Baumwolle
- Anbau
- Von der Pflanze zum Stoff - Welthandel
- Gift in Plantagen und Kleidung
- Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie
- Gewerkschaftliche Forderungen
Mit Sozialklauseln den Welthandel regeln (4/2001)
Mit der Überleitung der GATT-Abkommen in die 1994 neu geschaffene Welthandelsorganisation (WTO) war die Diskussion um die Sozial- und Entwicklungsverträglichkeit multilateraler Handelsabkommen verstärkt entbrannt. Angesichts der Tatsache, daß sich Entwicklungsländer häufig nur unter Mißachtung geltender Völkerrechtsnormen am Weltmarkt behaupten können und die Gefahr eines institutionellen Sozialdumpings droht, scheinen elementare Sozialklauseln zur Gestaltung von Handelsbeziehungen notwendig.
Seither ist zwar die Diskussion hinsichtlich der Anwendung von Sozialklauseln zurück gegangen und im Focus stehen mehr die Freiwilligkeit der Akteure, sich an Sozialstandards zu halten, doch die neoliberale Glabalisierung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, wie notwendig es nach wie vor ist, Wege und Mittel zu finden, die Rechte der Beschäftigten weltweit zu sichern. Sozialklauseln könnten hierfür sicherlich ein Instrument sein. Daher hat die Broschüre (leider) ihre Aktualität behalten.
Auf dem Holzweg - Über die Zerstörung unserer Wälder (11/2000)
Jahr für Jahr verschwinden weltweit 25 Millionen Hektar Wald - mehr als die doppelte Fläche des deutschen Waldes. Holz ist einer der universellsten und vielseitigsten Rohstoffe, den die Erde hervorbringt. Es dient zur Herstellung von Möbeln, Baumaterialien und für die Massenproduktion von Papier. Allein um eine Tonne Papier herzustellen werden 2 bis 3,5 Tonnen Holz benötigt.
Weltweit sind Millionen von Menschen in formellen oder informellen Arbeitsverhältnissen der Wald-, Holz- und Papierwirtschaft beschäftigt. Sie arbeiten in Papierfabriken, als Möbelschreiner, als Köhler oder in der Waldarbeit, die nach wie vor eine körperlich schwere Belastung mit großen Unfallgefahren darstellt.
In dieser Broschüre behandeln wir Umwelt- und Beschäftigungsfragen, beschreiben Arbeitsbedingungen und stellen Initiativen zur Zertifizierung von Holz vor, die eine global nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes anstreben.
Zum Inhalt:
- 'Kein Bier ohne Holz' oder 'Wie sich die Bäume verändern - Geschichte des deutschen Waldes'
- Die gemäßigten Wälder in Kanada, Skandinavien und Sibirien
- Der Regenwald a) Das komplizierte Ökosystem b) Das Amazonasbecken c) Der Baum ist mein Bruder - Indianer im Amazonas d) Ethnozid und Ökozid e) Der Fall Südostasien
- Schulden, Neoliberalismus und die Folgen a) Allgemeines b) Das Modell Chile oder exportorientiertes Wachstum
- Beschäftigung und Arbeitsbedingungen weltweit
- Internationale Forstwirtschaft und Entwicklungspolitik a) Gewerkschaftliche Sicht b) Zertifizierungsinitiativen
- Der Hunger nach Papier
- Was können wir tun?
- Kunterbuntes ABC oder was man sonst noch wissen sollte
IWF/Weltbank - Antriebskräfte der Globalisierung (2000)
Internationale Finanzinstitutionen wie die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) verfolgen konsequent den Kurs, Schuldnerländer durch sogenannte Strukturanpassungsprogramme mit harten Sparauflagen zur marktwirtschaftlichen Räson zu bringen.
Der Rotstift wird vor allem im Sozial-, Bildungs- und Umweltbereich angesetzt, mit oft verheerenden Folgen für die Menschen der betroffenen Länder. Aufgrund eines Quotensystems haben die großen Industrieländer, allen voran die USA, in den Entscheidungsgremien von IWF und Weltbank unangefochten das Sagen.
In jüngster Zeit jedoch geraten diese Institutionen zunehmend in die Kritik. Die Forderungen aus der Zivilgesellschaft nach einem grundlegenden Politikwechsel werden lauter, wie die Proteste von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt aus Anlass der Tagung von IWF und Weltbank im Jahr 2000 in Washington gezeigt haben.
Zum Inhalt
- Verschuldungskrisen: Nichts Neues in der Weltgeschichte
- Der Kurort Bretton Woods: Geburtsstätte des heutigen Weltwirtschaftssystems
- Strukturanpassungsprogramme: Entwicklungsländer auf westlichen Kurs trimmen
- Weltbankprojekte: Die Verlierer sind die Armen und die Umwelt
- IWF und Weltbank: Mitverantwortlich für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich
- Gegenmacht: Rennen gegen ein Gummiwand?
Schattenwirtschaft und Gewerkschaften (3/2000)
Die Zahl der Menschen mit festen Arbeitsverhältnissen mit gesichertem Einkommen und sozialer Absicherung ist rückläufig. Weltweit ist die ungeschützte Arbeit auf dem Vormarsch. Nicht nur in Ländern des Südens, sondern auch in Industrieländern sehen mehr und mehr Menschen sich gezwungen, ihren Lebensunterhalt außerhalb des regulären Arbeitsmarkts zu erwirtschaften.
"Schattenwirtschaft", "Scheinselbständigkeit" oder "Informeller Sektor" sind nur einige Begriffe für wirtschaftliche Tätigkeit, die in den Statistiken zum Bruttosozialprodukt oder zur Sozialversicherung meist gar nicht erst auftaucht.
Nach Schätzungen des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) arbeiten weltweit über 500 Millionen Menschen in der Schattenwirtschaft. Die große Mehrheit von ihnen sind Frauen, die damit oft einen wesentlichen Beitrag zur Ernährung der Familie leisten.
Erst zögernd und durch den Druck der Veränderungen in der Arbeitswelt beginnen Gewerkschaften, sich mit diesem Phänomen zu beschäftigen und neue Formen der Organisation und Interessenvertretung zu entwickeln.
Zum Inhalt:
- Schattenwirtschaft und gewerkschaftliche Interessenvertretung
- Die Ausnahme und die Regel
- Zum Verhältnis von formeller und informeller Arbeit
- Die Barfuß - Managerinnen. Eine Frauengewerkschaft unterstützt Straßenhändlerinnen in Indien
- Californian Dreams - Gewerkschaftliche Erfolge für häusliche Pflegekräfte in San Franzisko
- Selbst ist die Frau - Wie sich Frauen organisieren, die im informellen Sektor Südafrikas arbeiten
- Unsicher, ungeschützt, unerkannt?
Informelle (Frauen-)arbeit und gewerkschaftliche Organisation in Deutschland - Gewerkschaften und Alternativökonomie
- Zwischen gelebter Utopie und Selbstausbeutung
- Neue Organisationsformen entwickeln
- Eine Studie der niederländischen Gewerkschaften fordert zum Umdenken auf
Regionale Integration im Süden (2000)
Regionale Zusammenarbeit ist sinnvoll, aber der Weg dahin ist oft lang und mühselig. Die SADC gilt nach dem Beitritt des neuen Südafrika als Hoffnungsträger für wirtschaftliche Entwicklung auf dem schwarzen Kontinent. Doch die Ungleichgewichte sind groß zwischen den vierzehn SADC-Staaten und die wirtschaftliche Vormacht Südafrikas, das fünfmal mehr erwirtschaftet als alle anderen SADC-Staaten zusammen, ist erdrückend.
Mehr als alles andere hängt die Zukunft des südlichen Afrika jedoch davon ab, ob es gelingt, Frieden in die Region zu bringen. Auch in Südamerika haben vier Staaten - Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay - sich mit der Gründung des MERCOSUR auf die Bildung eines gemeinsamen Marktes verständigt.
Die Gewerkschaften in Südamerika und im südlichen Afrika sehen sich durch die Entstehung regionaler Binnenmärkte vor neue Herausforderungen gestellt, denen sie durch verstärkten internationalen Austausch, gemeinsame grenzüberschreitende Aktionen und neue Strukturen regionaler Zusammenarbeit begegnen.
Zum Inhalt:
- Entwicklung durch Integration Die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC)
- Speerspitze der Zivilgesellschaft Gewerkschaften im südlichen Afrika
- Ein Korridor zum Erfolg?
Der Maputo-Entwicklungskorridor als Südafrikas Tor zum regionalen Markt - Raus aus der Sackgasse Namibias Anschluss an die SADC
- Die Schwierigkeiten sind eine Schande Rezession stürzt Südamerikas Wirtschaftsgemeinschaft MERCOSUR in seine bisher größte Krise
- Gewerkschaften und regionale Integration
- Der Fall MERCOSUR
- Lieber langweilig und korrekt als unterhaltsam und korrupt Argentiniens neue Regierung will soziale und moralische Defizite in der Gesellschaft beseitigen
- Ein Zwerg unter Riesen Uruguay im MERCOSUR
Freiwillig in die Krise - Reguliert wieder heraus (2009)
Tagungsdokumentation
Auf der Fachtagung vom 26.03.2009 in Berlin haben das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, das DGB Bildungswerk, das Global Policy Forum, terre des hommes und ver.di gemeinsam über Ursachen und Folgen der größten Wirtschaftskrise informiert und diskutiert, welche institutionellen Reformen und neuen internationalen Regeln und Standards für Unternehmen und Banken notwendig sind, um derartige Krisen zukünftig zu vermeiden.
In dieser Veröffentlichung dokumentieren wir die Vorträge der Tagung. Prof. Jörg Huffschmid (Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik) analysiert die Ursachen der Krise und die politischen Antworten der Regierungen; Pedro Morazán (Südwind-Institut) verdeutlicht die ökonomischen Auswirkungen der Krise in den Ländern des Südens; Barbara Happe (urgewald) formuliert Anregungen für eine sozial und ökologisch zukunftsfähige Finanzindustrie; Bernd Moritz (Kritische Aktionärinnen und Aktionäre) fordert neue Spielregeln für „systemrelevante“ Unternehmen und Gehaltsobergrenzen für Konzernmanager; Nicola Liebert (Netzwerk Steuergerechtigkeit) zeigt schließlich auf, wie Steueroasen die öffentlichen Haushalte in Industrie- und Entwicklungsländern schädigen und was getan werden muss, um diese Steueroasen trockenzulegen. Diese Beiträge bleiben auch nach dem G20-Gipfel relevant. Denn was die Staats- und Regierungschefs in London beschlossen haben, reicht bei weitem nicht aus, um die gegenwärtige Krise zu bewältigen – geschweige denn zukünftige Krisen zu verhindern.
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